EU gibt Teile des 6 GHz-Spektrums für Wi-Fi frei

30. Juni 2021, 14:23
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Ende 2021 wird der Entscheid für die Mitgliedstaaten bindend. Die Schweiz wird wohl bald nachziehen.

Die Europäische Kommission hat am 30. Juni in ihrem Amtsblatt offiziell 480 MHz des niedrigen 6-GHz-Spektrums für Wi-Fi freigegeben. Die Entscheidung ist nun für alle EU-Mitgliedstaaten bindend. Damit muss jedes EU-Land eine nationalen Frequenzzuteilungspläne vor dem 1. Dezember 2021 aktualisieren.
"Der Rechtsrahmen für WAS/Funk-LANs, die im Frequenzband 5945-6425 MHz, d. h. im unteren 6-GHz-Frequenzband, betrieben werden, sollte die drahtlose Konnektivität in der Union verbessern und es dem Binnenmarkt ermöglichen, von einer potenziell weltweit verfügbaren Frequenzressource zu profitieren, wodurch sich für die Gerätehersteller wichtige Grössenvorteile ergeben", heisst es im Amtsblatt.

Nun könne Wi-Fi mit 5G gleichziehen

Die Wi-Fi-Industrie zeigt sich erfreut. So schreibt etwa Ralf Koenzen, Gründer und Geschäftsführer von Lancom, in einer Mitteilung: "Als Wi-Fi 6E (Enhanced) zieht WLAN bei den Latenzraten mit dem Mobilfunkstandard 5G gleich. Damit ergeben sich völlig neue Einsatzszenarien etwa bei Echtzeitanwendungen wie Augmented und Virtual Reality."
Auch in Gebieten mit hoher Wi-Fi-Nutzung wie Schulen, Universitäten oder Sportstadien könne damit für alle Nutzer eine Gigabit-Geschwindigkeit garantiert werden. Lancom plane die Markteinführung erster Wi-Fi 6E Enterprise-Lösungen im Herbst 2021.
Die drahtlose Industrie begrüsse die Freigabe, da nun Europa an Terrain gegenüber den USA, Japan, Südkorea, Kanada, Australien und vielen Ländern in Mittel- und Südamerika aufholen könne. Allerdings hätten einige dieser Länder bereits das gesamte 6 GHz-Spektrum frei gegeben.

Bakom hatte Vorsitz bei Studien

In der Schweiz nutzen Wi-Fi-Geräte gegenwärtig nur Frequenzen im 2,4-GHz-Band und im 5-GHz-Band. Um der wachsenden Nachfrage für drahtlose Verbindungen zu entsprechen, habe die Europäische Kommission die Europäische Konferenz der Verwaltungen für Post und Fernmeldewesen (CEPT) und ihren Ausschuss für elektronische Kommunikation (ECC) beauftragt, die technischen Voraussetzungen zu prüfen, unter denen 500 MHz im 6-GHz-Band freigegeben werden könne, heisst es in einem Papier des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom) vom September 2020.
Das Bakom schaute dabei nicht nur zu, sondern hatte sogar den Vorsitz im zuständigen Projektteam des ECC, welches die Grundlagen für die Ausarbeitung harmonisierter regulatorischer Bedingungen lieferte. Eine endgültige Entscheidung über die Öffnung dieses Bandes für Wi-Fi in Europa werde für 2021 erwartet, hiess es damals. Da diese nun durch die Europäische Kommission erfolgt ist, dürfte das Bakom das 6 GHz-Frequenzspektrum ebenfalls bald öffnen.

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