EU investiert direkt in Startups

13. Januar 2021, 13:53
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Mit einem neuen Fonds wird die EU zum Shareholder von Startups. In einer ersten Tranche sind 178 Millionen Euro vorgesehen.

Die EU unterstützte bereits bislang Unternehmen, etwa mit dem "Horizon 2020"-Programm. Dabei wurden grössere Summen aber nur als Kreditgarantien gesprochen, dazu kamen kleinere Förderbeiträge als Zuschüsse. Mit dem neuen "Fonds des Europäischen Innovationsrats" (EIC-Fonds) will die EU nun grosse Beiträge direkt in Startups und KMU investieren und Unternehmensanteile erwerben.
Die Kapitalbeteiligungen, die zwischen 500'000 Euro und 15 Millionen Euro je Empfänger betragen können, würden die Zuschussfinanzierung, die bereits im Rahmen des EIC-Accelerator-Pilotprojekts gewährt wurde, ergänzen, heisst es in einer Mitteilung. Dies soll ein schnelleres Wachstum ermöglichen.

117 Unternehmen in der Sorgfaltsprüfung

"Damit tätigt die Kommission zum ersten Mal direkte Beteiligungs- und beteiligungsähnliche Investitionen in Startup-Unternehmen und erwirbt Eigentumsanteile von voraussichtlich 10% bis 25%", schreibt die EU-Kommission.
In einer ersten Tranche sollen insgesamt rund 178 Millionen Euro an Beteiligungskapital an 42 Startups und KMU fliessen. Weitere 117 Unternehmen würden sich noch im Prozess einer Sorgfaltsprüfung befinden und die Unterstützung je nach dessen Ergebnissen erhalten.

Beteiligungen in Frankreich, Holland, Irland und Island

Den ersten Abschluss gab es mit dem französischen Medtech Corwave, wo 15 Millionen Euro durch den EIC-Fonds im Rahmen einer 35 Millionen Finanzierungsrunde fliessen. Corwave entwickelt ein Gerät, das Menschen mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz hilft.
Unter den weiteren Beteilungen befinden sich das Satelliten- und Kommunikationsunternehmen Hiber aus Holland, der französische Solarflugzeughersteller Xsun, Geowox aus Irland, das automatisierte Immobilienbewertungen anbietet, und das isländische Pharma-Unternehmen Epi-Endo Pharmaceuticals, das sich auf die Behandlung von chronischen Atemwegserkrankungen spezialisiert hat.
Mariya Gabriel, Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend bei der EU, erklärte: "In Europa gibt es viele innovative und talentierte Startups, aber diese Unternehmen können häufig nicht wachsen oder verlegen ihren Firmensitz ins aussereuropäische Ausland." Mit der neuen Form der finanziellen Unterstützung würden die Finanzierungslücke für Unternehmen geschlossen und zusätzliche private Investitionen mobilisiert.

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