EU kaufte jahrelang Microsoft-Software ohne Ausschreibung

16. September 2011 um 13:49
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Die Geschichte entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Wie 'ComputerWeekly' schreibt, hat die EU-Kommission seit 1993 Software von Microsoft gekauft, ohne die Aufträge öffentlich auszuschreiben. Der jüngste und insgesamt sechste Auftrag datiert vom Mai dieses Jahres, hat einen Wert von 50 Millionen Euro und beinhaltet unter anderem Windows, Office und SQL Server Enterprise.
Zwei Jahrzehnte lang hatte also kein alternativer Software-Anbieter die Chance, eine Gegenofferte zu unterbreiten. Und das wohlgemerkt bei der EU-Kommission, welche Microsoft mehrfach wegen des Missbrauchs der marktbeherrschenden Stellung gebüsst.
Die Kommission stellt sich auf den Standpunkt, dass es aus Kompatibilitätsgründen gar nicht möglich gewesen wäre, andere Softwareprodukte zu evaluieren. Gleichzeitig wird betont, man sei nicht von Microsoft abhängig. Der Vorsitzende der Free Software Foundation Europe meinte, es sei frappant, dass jede einzelne Vereinbarung zwischen der EU-Kommission und Microsoft seit 1993 ohne öffentliche Ausschreibung abgeschlossen worden sei. Und der Verkaufschef des Microsoft-Konkurrenten Canonical (Ubuntu) meint, der Fall zeige, dass keine fairen Wettbewerbsbedingungen herrschten. (mim)

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