EU segnet Google-Fitbit-Deal wohl ab

29. September 2020 um 15:32
  • übernahme
  • international
  • google
  • eu
image

Die Wettbewerbshüter könnten der Übernahme grünes Licht geben, weil Google Kompromisse eingeht.

Google werde die kartellrechtliche Genehmigung der EU für seinen 2,1 Milliarden Dollar schweren Kauf des Fitnesstracker-Herstellers Fitbit wahrscheinlich erhalten. Dies sagen mit der Angelegenheit vertraute Personen zu 'Reuters'.
Nach Bekanntwerden der Übernahmepläne meldeten die Wettbewerbshüter der EU-Kommission Bedenken an. Es müsse sichergestellt werden, dass die Kontrolle, die Google infolge der Übernahme über Daten erhalte, nicht zu einer Verfälschung des Wettbewerbs führe. Deshalb wurde eine eingehende Untersuchung eingeleitet.
Das grüne Licht der EU sei auf Zugeständnisse von Google zurückzuführen. Der US-Konzern bestätigt gegenüber der Nachrichtenagentur, dass man angeboten habe, die Nutzung von Fitbit-Daten für Google-Anzeigen einzuschränken. Auch soll die Überwachung dieses Prozesses verschärft werden, wie es heisst.
"Wir formalisieren auch unsere langjährige Verpflichtung, andere Hersteller von Wearables auf Android zu unterstützen und es Fitbit-Nutzern weiterhin zu ermöglichen, sich über APIs mit Diensten von Drittanbietern zu verbinden, wenn sie dies wünschen", so Google in einer Erklärung. Diese Drittanbieter würden somit auch Zugang zu den Daten der Fitbit-Nutzer erhalten, sofern diese dem zustimmen. 
Die EU-Kommission kommentierte den Bericht gegenüber 'Reuters' nicht.
Die EU-Wettbewerbshüter würden nun Feedback von Rivalen und Kunden einholen, bevor entschieden werde, ob Googles Zugeständnisse akzeptiert oder weitere gefordert würden, schreibt die Nachrichtenagentur. Eine Entscheidung soll bis zum 23. Dezember gefällt sein. 

Loading

Mehr zum Thema

image

Apple verteidigt sich gegen Vorwürfe der EU

Dem Konzern droht ein Bussgeld von 500 Millionen Euro. Es geht um mögliche Verstösse im Musikstreaming-Markt und den Streit mit Spotify.

publiziert am 23.2.2024
image

US-Chipförderung: Das Geld beginnt zu fliessen

Die ersten 1,5 Milliarden Dollar gehen an Global Foundries. Mehr als 37 weitere Milliarden sollen bald zugeteilt werden.

publiziert am 21.2.2024
image

EU knöpft sich Big Tech vor

Im Rahmen des Digital Services Act will die Europäische Union Tiktok untersuchen. Bei Apple steht ebenfalls Ungemach vor der Tür.

publiziert am 20.2.2024
image

Die andere Sicht: Was der Digital Services Act für Schweizer IT-Anbieter bedeutet

Morgen tritt der Digital Services Act in Kraft. Anwalt Elias Mühlemann erklärt, welche vier Fragen sich für IT-Anbieter in der Schweiz stellen.

publiziert am 16.2.2024