EU untersucht Sun-/Oracle-Deal vertieft

3. September 2009, 12:22
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EU-Kommission hegt erhebliche Bedenken. Vertiefte Untersuchung wird Sun-Kunden weiter verunsichern.

Die 7,4 Milliarden Dollar teure Übernahme des amerikanischen Server- und Softwareherstellers Sun Microsystems durch den Datenbankspezialisten Oracle verzögert sich weiter. Wie die europäische Wettbewerbsbehörde mitteilt, bestünden nach einer ersten Prüfung "erhebliche Bedenken", dass die geplante Übernahme sich mit dem freien Wettbewerb im Markt für Datenbanken vereinbaren lasse. Die Kommission will nun in einer vertieften Prüfung bis spätestens Mitte Januar 2010 klären, ob sie dem Deal zustimmt.
"Wenn das weltweit führende Unternehmen im Bereich proprietäre Datenbanken das weltweit führende Unternehmen im Bereich Open-Source-Datenbanken zu übernehmen gedenkt, muss die Kommission die Auswirkungen auf den Wettbewerb in Europa äusserst sorgfältig prüfen", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Insbesondere müsse sichergestellt sein, dass Kunden nach der Übernahme nicht mit einem geringeren Angebot oder höheren Preisen konfrontiert würden, so Kroes weiter. Mit der vertieften Untersuchung will die Kommission nun unter anderem prüfen, welche Anreize Oracle hat, etwa MySQL als Open-Source-Datenbank weiterzuentwickeln.
Die Verzögerung dürfte Sun noch weiter in Schwierigkeiten bringen, denn sie sorgt für Verunsicherung im Markt, was Konkurrenten wie IBM zum Abwerben von Kunden nutzen dürften. Der ehemalige New-Economy-Star wurde im letzten Jahr von einem drastischen Umsatzeinbruch und einem ausgewiesenen Verlust von 2,23 Milliarden Dollar durchgeschüttelt. (bt)

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