EU vertagt Diskussion zur Digitalsteuer

14. Juni 2021, 09:21
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Brüssel will die Verhandlungen über eine globale Konzernbesteuerung abwarten.

Die Europäische Union wolle ihre Pläne für eine EU-weite Digitalsteuer bis zur Sommerpause zurückstellen. Dies berichtet 'Der Spiegel'. Als Grund wird die Finanzministertagung der 20 grössten Industrienationen (G20) Anfang Juli in Venedig angegeben.
Bis dahin soll klar sein, ob bei den Beratungen über eine Reform der weltweiten Konzernbesteuerung eine Lösung erreicht werde. Die EU wolle aber parallel dazu ihre Steuerplane vorantreiben. Falls die Verhandlungen scheitern, solle so rasch eine Lösung vorgelegt werden, schreibt 'Der Spiegel' weiter. Man wolle nichts tun, was die internationalen Verhandlungen stören könnte, wird ein Vertreter aus Brüssel im Bericht zitiert. 
Die EU hatte bereits vor einiger Zeit angekündigt, die europäischen Digitalgeschäfte von US-Konzernen wie Google, Amazon oder Microsoft stärker besteuern zu wollen. Die Regierung von US-Präsident Joe Biden hatte das kritisiert und jüngst mit Vergeltungsmassnahmen gegen europäische Digitalsteuern gedroht.
Erst vor wenigen Tagen hatten die G7-Länder sich auf eine globale Firmenbesteuerung von 15% geeinigt. Neben der Mindeststeuer soll auch dafür gesorgt werden, dass Grosskonzerne künftig dort Steuern zahlen, wo sie ihre Umsätze machen. Bisher werden Unternehmenssteuern nur am Firmensitz fällig, aber nicht in den Ländern, wo die Konzerne aktiv sind, und Technologie-Unternehmen wie Microsoft, Google oder Amazon sind dies oft in fast der ganzen Welt. Das führte dazu, dass viele Unternehmen ihren Firmensitz in Länder mit niedrigeren Unternehmenssteuern verlagerten.

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