EU-Wettbewerbshüter nehmen Googles Goldesel ins Visier

14. Juli 2016, 12:46
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Gerüchte darüber gab es schon vor drei Wochen, nun wurde es offiziell bekannt gegeben: Die EU-Kommission verschärft ihr Vorgehen gegen Google.

Gerüchte darüber gab es schon vor drei Wochen, nun wurde es offiziell bekannt gegeben: Die EU-Kommission verschärft ihr Vorgehen gegen Google. In dem jahrelangen Wettbewerbsverfahren nimmt sie erstmals auch das Kerngeschäft mit Onlinewerbung ins Visier. Dabei geht es inbesondere um Google-Suchmasken auf anderen Websites.
Die EU-Kartellwächter werfen dem US-Unternehmen unfairen Wettbewerb bei der Suchmaschinen-Werbung vor. Google missbrauche seine marktbeherrschende Stellung, indem Anbieter von Websites keine Werbung aus Suchmaschinen von Google-Rivalen schalten dürften, kritisierte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.
"Wir glauben, dass das Vorgehen von Google den Konsumenten geschadet hat, weil sie die Suchergebnisse angezeigt bekommen, die Google ihnen zeigen will und nicht unbedingt diejenigen, die relevanter sind", sagte Vestager vor den Medien in Brüssel. Auf die Frage, wie häufig Google in den Suchergebnissen eigene Dienste nach oben schiebe, antwortete sie, die Kommission sehe ein solches Verhalten "sehr, sehr, sehr oft".
Konkret geht es um den Teildienst "AdSense for Search", bei dem andere Websites Google-Suchmasken einbinden können. Die EU-Kommission stört sich daran, dass einige Kunden Google eine Mindestzahl von Suchmaschinen-Anzeigen abnehmen und dafür den am besten sichtbaren Platz reservieren müssten. Ausserdem dürfe konkurrierende Suchmaschinen-Werbung weder über noch neben Googles Suchmaschinen-Anzeigen platziert werden.
Google will Vorwürfe prüfen
Dies ist bereits der dritte Bereich, in dem die EU-Wettbewerbshüter Google in einem sogenannten "Statement of Objections" unfairen Wettbewerb vorwerfen und Änderungen fordern. In den ersten beiden Verfahren, die auf diese Eskalationsstufe kamen, geht es um Shopping-Angebote und das Betriebssystem Android.
Zu den Shopping-Diensten hiess es jetzt, Google seien weitere Beweismittel und Daten übermittelt worden, die die Vorwürfe der Kommission untermauerten. Auch das Werbegeschäft untersuchen die Brüsseler Kartellwächter schon seit Jahren.
Google wies die Vorwürfe stets zurück. In einer ersten Reaktion am Donnerstag erklärte der Konzern: "Wir glauben, dass unsere Innovationen und Produkt-Verbesserungen die Auswahl für europäische Verbraucher vergrössert und den Wettbewerb vorangebracht haben." Der Konzern will die Vorwürfe der Kommission prüfen. Er hat zehn Wochen Zeit für eine Stellungnahme. (sda/hjm)

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