EU-Wettbewerbs­kommission hat Qualcomm im Visier

16. Juli 2015, 14:25
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Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission nehmen den Chiphersteller Qualcomm unter die Lupe.

Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission nehmen den Chiphersteller Qualcomm unter die Lupe. Die Chips des amerikanischen Herstellers stecken in vielen Smartphones.
Die zuständige Kommissarin Margrethe Vestager gab zwei förmliche Ermittlungsverfahren gegen den Konzern bekannt. In einem soll untersucht werden, ob Qualcomm durch finanzielle Anreize für seine Kunden eine dominierende Marktposition missbraucht hat. Das Zweite Verfahren soll klären, ob das Unternehmen Chips zu Produktionskosten angeboten hat, um Konkurrenten aus dem Markt zu drängen.
Qualcomm äussert sich in einem Statement zu den Verfahren und schreibt, dass die aktuellen Schritte der EU lediglich dazu dienen, zusätzliche Informationen zu sammeln. Man halte die Bedenken der EU für unbegründet, werde aber weiterhin mit den Ermittlungen kooperieren.
Am Ende des Verfahrens können Strafzahlungen von bis zu zehn Prozent der Jahresumsätze stehen. Qualcomm verbuchte im Ende September abgeschlossenen vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von über 26 Milliarden Dollar.
Vergangenes Jahr geriet die US-Firma ins Visier der chinesischen Wettbewerbshüter. Auch dort wurde untersucht ob das Unternehmen, sein Monopol missbraucht. Das Verfahren endete damals mit einer Strafe von 975 Millionen Dollar wegen Verletzung des chinesischen Antimonopolgesetzes. (sda/kjo).

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