EU wie BIT: Windows 7 ohne Ausschreibung

27. Januar 2011, 15:17
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Auch die EU will 36'180 PCs von Windows XP auf Windows 7 migrieren - ohne Neuausschreibung.

Auch die EU will 36'180 PCs von Windows XP auf Windows 7 migrieren - ohne Neuausschreibung.
Die Open-Source-Szene jault auf: Nicht nur der Bund, sondern auch die grundsätzlich sehr Microsoft-kritische EU Kommission will ihre PCs auf ein neues Betriebssystem - von Microsoft - migrieren, ohne den Auftrag neu auszuschreiben. Dies berichtet die Zeitung 'International Herald Tribune', der das Sitzungsprotokoll einer Taskforce der EU Kommission vorliegt. Der Beschluss, die EU-PCs auf Windows 7 zu migrieren, ist aber noch nicht definitiv.
Anders als beim 42-Millionen-Franken-Projekt des BIT, zu dem sich noch das Bundesgericht wird äussern müssen, sind die Investitionen der EU aber nur gering. Die Migration von 36'180 PCs der EU Kommission, des Europäischen Parlaments und von über 45 EU-Ämtern soll gemäss der Zeitung nur gerade 4,5 Millionen Euro kosten.
Kommentatoren kritisieren den EU-Beschluss als widersprüchlich, da die Kommission erst kürzlich den Mitglieds-Ländern den Einsatz von Open-Source-Software empfohlen hat, um die Interoperabilität von Software innerhalb der EU zu fördern. Ein EU-Sprecher sagte der Zeitung hingegen, es gebe keinen Widerspruch zwischen den grundsätzlichen Beschaffungsempfehlungen und dem Beschluss, Windows XP als PC-Betriebssystem durch Windows 7 zu ersetzen.
Das sehen (nicht nur) wir auch so: Die Kosten für PC-Betriebssysteme (und Standard-Lösungen überhaupt) sind relativ gering, wenn man sie mit den Kosten für die Entwicklung von spezifischen Lösungen für Behörden vergleicht. Bei letzterem lohnt sich die Veröffentlichung des Source-Codes und die Förderung des Austauschs unter Behörden sehr. (Christoph Hugenschmidt)

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