EU will bei Fitbit-Übernahme durch Google genau hinschauen

30. Juli 2020, 16:01
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Im Zentrum der Kartelluntersuchung beim 2,1 Milliarden Dollar schweren Deal stehen Fitbit-Daten.

Für 2,1 Milliarden US-Dollar will Google den Fitnesstracker-Hersteller Fitbit kaufen, wie die Unternehmen vergangenen November ankündigten. Offenbar soll dieser Deal von der EU einer umfassenden Kartelluntersuchung unterzogen werden. Dies berichtet 'Reuters' mit Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Demnach wird erwartet, dass die Europäische Kommission die Untersuchung in der kommenden Woche eröffnen wird.
Google teilte diesen Monat mit, die Daten von Fitbit nicht zu nutzen, um gezielte Werbung platzieren zu können. Offenbar hat dies aber nicht ausgereicht, um kartellrechtliche Bedenken der EU auszuräumen. Laut der 'Financial Times' (Paywall) fordern EU-Beamte mehr Zugeständnisse, die garantieren würden, dass Fitbits Daten Drittentwicklern offen stehen. Sie wollen demnach auch die Zusicherung, dass Google die Fitbit-Daten nicht zur Verbesserung seiner Suchmaschine verwenden wird.
Gerade eben musste Google- und Alphabet-CEO Sundar Pichai – wie auch die Chefs von Amazon, Apple und Facebook – vor dem Kartellrechtsausschuss des US-Repräsentantenhauses aussagen. Pichai sah sich mit einer Reihe von Fragen bezüglich der Dominanz des Unternehmens im Bereich der Suchmaschinen und der Verwendung von Daten zur Überwachung potenzieller Konkurrenten konfrontiert.
Die EU-Kommission wollte auf Anfrage von 'Reuters' keine Stellung zu den Berichten nehmen. Google habe ein früheres Statement wiederholt und betont, beim Deal gehe es um Devices und nicht um Daten. "Der Wearables-Bereich ist überfüllt, und wir glauben, dass die Kombination der Hardware-Bemühungen von Google und Fitbit den Wettbewerb in diesem Sektor erhöhen wird, was den Verbrauchern zugutekommt und die nächste Generation von Geräten besser und erschwinglicher macht", zitiert 'Reuters' eine Unternehmenssprecherin. 

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