EU will büssen, Microsoft will liefern

4. Juli 2006, 11:11
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Voneinander unabhängig behaupten die Nachrichtenagentur Reuters und die 'New York Times', sie wüssten aus sicherer Quelle, dass sich die EU-Kommission gestern in einer nicht-öffentlichen Sitzung mit den nationalen Anti-Trust-Behörden entschlossen habe, die angedrohte Busse von maximal zwei Millionen

Voneinander unabhängig behaupten die Nachrichtenagentur Reuters und die 'New York Times', sie wüssten aus sicherer Quelle, dass sich die EU-Kommission gestern in einer nicht-öffentlichen Sitzung mit den nationalen Anti-Trust-Behörden entschlossen habe, die angedrohte Busse von maximal zwei Millionen Euro pro Tag (rückwirkend bis 15.12.05) gegen Microsoft zu verhängen. Wie hoch die Busse ausfallen wird, soll nächsten Mittwoch entschieden werden.
Die EU wirft Microsoft vor, Schnittstellen-Informationen zu den Windows-Serversystemen nicht in genügender Form abgeliefert zu haben und damit die Konkurrenz ungebührlich zu benachteiligen.
Microsoft selbst sieht das natürlich ganz anders. Chefjurist Brad Smith sagte, man habe bis im März gar nicht verstanden, was die EU denn nun genau wolle. Seitdem arbeite ein Team von 300 (!) Ingenieuren, zum Teil Tag und Nacht daran, die gewünschte Dokumentation zusammenzustellen.
Am 18. Juli will Microsoft den letzten Teil der gewünschten Dokumentation der EU ausliefern. Auch wenn diese in den Augen von Brüssel zufriedenstellend ausfallen sollte, könnte es immer noch einen Teil der Strafe absetzen, da die EU die Unterlagen ursprünglich bis 15. Dezember wollte.
Von all dem unabhängig läuft immer noch das Berufungsverfahren gegen das Urteil der EU-Kommission. Ein Entscheid wird aber nicht vor nächstem Jahr erwartet. (hc)

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