EU will Lebensdauer von ICT-Produkten verlängern

12. März 2020, 09:00
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Statt Einwegware will die EU Produkte, die leicht wiederverwendet, repariert und recycelt werden können.

Mit Massnahmen, die alle Aspekte des Lebenszyklus von Produkten umfassen, zielt ein nun von der EU-Kommission verabschiedeter Aktionsplan darauf ab, die EU-Wirtschaft auf eine grüne Zukunft vorzubereiten. Dass derartige Vorhaben geplant sind, war schon Ende Februar bekannt geworden.
Konkret heisst es in dem Papier nun, die EU-Kommission werde Rechtsvorschriften für eine nachhaltige Produktpolitik vorschlagen. Sie soll sicherstellen, "dass in der EU in Verkehr gebrachte Produkte so konzipiert sind, dass sie über eine längere Lebensdauer verfügen, leichter wiederverwendet, repariert und recycelt werden können und einen grösstmöglichen Anteil recycelter Materialien statt Primärrohstoffe enthalten". Zudem wolle man die Verwendung von Einwegprodukten einschränken.
Angesprochen sind damit auch Sektoren, die unmittelbar die ICT-Branche betreffen. Demnach wird es eine "Initiative für auf die Kreislaufwirtschaft ausgerichtete Elektronik" zur Verlängerung der Lebensdauer von Produkten und Verbesserung der Sammlung und Behandlung von Abfällen geben. Dabei geht die EU davon aus, dass in den meisten EU-Ländern weniger als weniger als 40 Prozent des Elektronikschrotts recycelt werden. – Zur Erinnerung: In der Schweiz werden laut Swico Recycling satte 95 Prozent des Elektroschrotts wiederverwertet.
Interessant bis amüsant ist der ausdrückliche Hinweis der EU auf Ladekabel, die über regulatorische Massnahmen unter anderem länger nutz- und haltbar gemacht werden sollen.
Die EU will ausserdem einen neuen Rechtsrahmen für Batterien schaffen, der zur Verbesserung der Nachhaltigkeit und zur Stärkung des hier schlummernden Kreislaufpotenzials beitragen soll. Unter anderem sollen nicht wiederaufladbaren Batterien schrittweise auslaufen, wenn es Alternativen gebe.
Andere Bereiche betreffen die Anforderungen an Verpackungen – Stichwort Microplastik, aber auch Textilien, Lebensmittel, Bauwesen und Gebäude. Der Schwerpunkt des Aktionsplans für Kreislaufwirtschaft, heisst es bei der EU, liege darauf, die Entstehung von Abfall ganz zu vermeiden. 

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