EU will Netzneutralität gesetzlich verankern

4. Juni 2013, 15:25
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Neelie Kroes will verhindern, dass Provider Dienste konkurrierender Anbieter behindern oder blockieren.

Neelie Kroes will verhindern, dass Provider Dienste konkurrierender Anbieter behindern oder blockieren.
Das Prinzip der Netzneutralität ist in letzter Zeit in Europa von einigen Akteuren teilweise missachtet worden. Da gibt es das Beispiel der Deutschen Telekom. Netzneutralität bedeutet, dass alle Daten im Web immer gleich behandelt respektive gleich schnell ausgetauscht werden.
Die EU-Kommissarin Neelie Kroes will nun den Grundsatz der Netzneutralität europaweit zum Gesetz machen. Das Internet brauche Wettbewerb, Transparenz und Auswahlmöglichkeiten für Verbraucher, betonte sie heute in einer Rede vor EU-Parlamentariern. Kroes hat nichts gegen unterschiedliche Geschwindigkeiten beim Internet-Speed, solange die Gleichbehandlung aller Services - also auch von Drittanbietern - gewährleistet ist. Provider sollen weiterhin die Möglichkeit haben, unterschiedliche Surf-Geschwindigkeiten oder Datenpakete zu gesonderten Tarifen anzubieten.
Auf die Schweiz bezogen würde dies zum Beispiel heissen, dass die Bevorzugung von Spotify und Zattoo bei Orange verpönt wäre. Umgekehrt rechnet Swisscom den Traffic, der beispielsweise von Zattoo verursacht wird, auf das Datenguthaben von Kunden an - nicht aber den des eigenen Konkurrenzangebots Swisscom TV air wären hingegen weiterhin möglich.
Die Einzelheiten zum geplanten Regulierungsvorschlag hat 'Heise' gut zusammengefasst. (mim)

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