Europa bleibt in der "Serverkrise"

28. Februar 2013, 14:43
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Der Serverumsatz im EMEA-Raum ist auf den tiefsten Stand seit Ende 2009 gefallen, während die Umsätze in anderen Weltregionen steigen.

Der Serverumsatz im EMEA-Raum ist auf den tiefsten Stand seit Ende 2009 gefallen, während die Umsätze in anderen Weltregionen steigen.
Laut den neusten Zahlen des Marktforscher Gartner ist der weltweite Umsatz mit Servern im vierten Quartal 2012 gegenüber dem gleichen Quartal des Vorjahrs um 5,1 Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar gestiegen. Während in anderen Weltregionen allerdings teilweise ein kräftiger Nachfrageanstieg zu beobachten war, liess der Umsatz in der Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) deutlich nach. In Nordamerika und Südamerika beispielsweise stieg der Serverumsatz zweistellig, in der Region EMEA sank er dagegen um 7,4 Prozent auf noch 3,8 Milliarden Dollar.
"EMEA war ein weiteres Mal der schwache Punkt im globalen Weltmarkt", erklärt dazu Gartner-Experte Adrian O'Connell. Dies galt nicht nur für Westeuropa, wo der Umsatz um 7,9 Prozent nachliess, sondern auch für Osteuropa (-7,3 Prozent) und den nahen Osten und Afrika (-3,7 Prozent). Nach Serversegmenten betrachtet war es in Europa ein weiteres Mal der Markt für RISC/Itanium und Unix-Server, der besonders sark litt und um fast ein Drittel schrumpfte. Aber auch der sonst weltweit wachsende Markt für x86-Server liess um 3,3 Prozent nach. Ein leichtes Wachstum konnte laut Gartner nur IBM mit seinen Mainframes verzeichnen. "Das vierte Quartal war mit einem Umsatz, der unter das Niveau des vierten Quartals 2009 fiel, das Ende eines schwachen Jahrs für den Servermarkt in EMEA", so das Fazit von O'Connell.
Der Hauptgrund für die Nachfrageschwäche in Europa dürfte die Schuldenkrise und die allgemeine wirtschaftliche Schwäche in vielen Ländern sein. Daneben könnte sich aber auch ein weiterer Trend immer stärker bemerkbar machen: Laut Gartner sind mittlerweile Internetunternehmen wie Facebook, Google oder Baidu, die ihre Rechenzentren laufend immer weiter ausbauen müssen, global gesehen die stärksten Markttreiber, vor allem bei x86-Servern. Die meisten Internetriesen betreiben allerdings ihre grössten RZs ausserhalb von Europa.
Von den fünf grössten Serverherstellern konnte im Raum EMEA im vierten Quartal 2012 nur Fujitsu im Jahresvergleich seinen Umsatz steigern (+16,7 Prozent). Oracle verlor als Hauptplayer im Unix-Markt empfindlich an Umsatz (-33,5 Prozent), aber auch HP (-10,3 Prozent), IBM (-2,3 Prozent) und Dell (-3,6 Prozent) mussten Einbussen verzeichnen. (hjm)

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