Europa3000 bleibt Teil der Bison-Herde

14. April 2015, 08:40
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Die grosse Harmonie: Europa3000 will stärker mit dem Mutterhaus Bison kooperieren.

Der Hersteller von ERP-Software Europa3000 will stärker mit dem Mutterhaus Bison kooperieren. Die Online-Version der Kleinfirmen-ERP-Software ist nun kürzlich in die IT-Service-Management-Plattform von Bison IT Services integriert worden.
Wie geht es mit Europa3000 weiter, nachdem der Agrarkonzern Fenaco die volle Kontrolle über Bison übernommen hat. Broye betont im Gespräch mit inside-channels.ch, dass Europa3000 einen festen Platz im neuen Bison-Universum habe.
Integration in Smartwork
Seit kurzem nennt sich Europa3000 offiziell "a Bison company". Der Claim soll die Zugehörigkeit zur "Bison-Herde" verdeutlichen. Ende der Siebzigerjahre von Ralph Stucki unter dem Namen Rotron Software gegründet, fokussiert sich Europa3000 seit jeher auf kleine Unternehmen mit bis zu 50 Arbeitsplätzen. Bison übernahm den Softwarehersteller vor etwas mehr als zehn Jahren und liess ihn bislang unabhängig agieren. Bei der Marktbearbeitung habe man bisher "eher lose" kooperiert, wie Broye sagt. "Wir wollen jetzt Synergien besser nutzen und den Markt gemeinsam bearbeiten." Ein solches Bekenntnis ist zwar nicht neu - neu sind aber die Führungskräfte auf beiden Seiten, die nun beweisen wollen, dass sie etwas bewegen können.
Das erste Resultat der verstärkten Kooperation erfolgt in Form einer Integration der SaaS-Version von Europa3000 in Bison Smartwork. Bison Smartwork ist eine im vergangenen Jahr vom Partnerunternehmen Bison IT Services lancierte Benutzer- und Geräteverwaltung, die sich in der Version "Intelligence" an kleine KMU richtet, die sich nicht direkt um alle ihre Cloud-Services kümmern wollen. Dahinter steht neben eigenen Entwicklungen die IT-Service-Management-Plattform des US-amerikanischen Anbieters ServiceNow. Firmen sollen damit sorglos ihre verschiedenen Cloud-Dienste verwalten können. Aktuell liegt der Fokus vor allem auf Microsoft mit Azure und Office 365, künftig könnten aber auch Online-CRM-Lösungen integriert werden. Kürzlich kam die "ERPaaS" genannte Online-Version von Europa3000 hinzu. "Mehr als 4000 User verwenden Smartwork", sagt Roland Marti, der als Marketingchef von Bison IT Services von Anfang an die Lancierung von Smartwork begleitet hat. Einer der Vorzeigekunden ist der Milchverarbeiter Emmi.
Bison IT Services möchte mit Smartwork künftig vermehrt grössere Kunden ansprechen. Im Fokus stehen KMU mit rund 30 bis 60 Usern und mit der Version "Enterprise" auch Grossunternehmen. Theoretisch würden also Kunden angesprochen, die auch Bison mit der eigenen ERP-Lösung Bison Process anspricht. Doch für eine Integration in Smartwork muss die Applikation aus der Cloud heraus angesteuert werden können - so weit ist man bei Bison jedoch noch nicht.
Kleiner Bruder Europa3000
Was den Geschäftsgang von Europa3000 betrifft, gibt sich Broye zugeknöpft. Zum Umsatz macht er keine Angaben, er versichert aber, dass das Unternehmen mit Sitz in Oberentfelden profitabel sei. 35 Personen beschäftigt Europa3000 aktuell, wovon rund ein Drittel Entwickler sind. Diese kümmern sich hierzulande um die Businesslogik der Software, während Xlab in Slowenien fürs Programmieren des Kernels zuständig ist. 50 Businesspartner kümmern sich schweizweit um die Integration von Europa3000 bei den Kunden. Insgesamt zählt das Unternehmen derzeit 5'000 Unternehmenskunden in der Schweiz.
Doch wie grenzt sich das Produkt Europa3000 vom grossen Bruder Bison ab? "Während sich Europa3000 an Firmen mit einem bis 50 User richtet, spricht Bison Process etwas grössere Kunden an. Ausserdem gibt es Branchen, wie Retail, die nicht in unserem Fokus stehen", erklärt Broye. Allerdings tummeln sich viele Anbieter dort, wo Europa3000 stark sein möchte: MyFactory, EasySys oder Amanda sprechen ebenfalls Kleinunternehmen an. "Ich denke, dass wir mit unseren Preisen konkurrenzfähig sind", meint dazu Dominic Achermann, der bei Europa3000 für Verkauf und Marketing zuständig ist. Mobile-tauglich ist die ERP-Software über kostenlose Apps von Citrix. Was noch fehlt, ist ein Dashboard für die Auswertung der Daten. Ein solches Business-Intelligence-Tool soll im Herbst lanciert werden, stellt Broye in Aussicht. (Maurizio Minetti)

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