Europäische Online-Händler ziehen Konsumenten über den Tisch

10. September 2009, 11:28
  • schweiz
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Die EU hat in einer konzertierten Ermittlungsaktion 369 Elektronik-Online-Shops untersucht. Ergebnis: Über die Hälfte weisen Regelverstösse auf. Schweizer Websites wurden nicht untersucht.

Die EU hat in einer konzertierten Ermittlungsaktion 369 Elektronik-Online-Shops untersucht. Ergebnis: Über die Hälfte weisen Regelverstösse auf. Schweizer Websites wurden nicht untersucht.
Die EU hat Ermittlungen in Sachen Internet-Handel von Unterhaltungselektronik durchgeführt. Meglena Kuneva, die für Verbraucherpolitik zuständige EU-Kommissarin, hat gestern die Ergebnisse einer im Mai dieses Jahres auf EU-Ebene durchgeführten Aktion vorgestellt, mit der im Internet-Handel für Unterhaltungselektronik "unlautere Geschäftspraktiken" aufgespürt werden sollten. Untersucht wurden insgesamt 369 Online-Shops in 26 EU-Staaten sowie Norwegen und Island - nicht aber in der Schweiz.
Laut EU weisen 55 Prozent der inspizierten Websites Regelverstösse auf – und zwar folgender Art: Irreführende Angaben über die Rechte des Verbrauchers (66% der beanstandeten Websites), undurchsichtige Preisangaben (45%) und fehlende Detailangaben zur Identifizierung des Händlers (33%).
Nun sollen die verschiedenen nationalen Verbraucherschutz-Behörden die betroffenen Händler auffordern, ihre Websites regelkonform umzugestalten oder aber "ihr bisheriges Gebaren zu begründen", schreibt die EU in einer Mitteilung. Sollten die Betreiber weiterhin gegen die geltenden Bestimmungen verstossen, drohen Geldbussen oder sogar behördliche Sperrungen der fraglichen Websites. Bislang haben Island, Lettland und Norwegen die Namen der beanstandeten Websites öffentlich bekannt gemacht.
"In den kommenden Monaten wird noch Vieles zu tun sein, um in dieser Branche gehörig aufzuräumen", sagte EU-Kommissarin Kuneva. "Die Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa haben Besseres verdient." (mim)

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