Europas grösster E-Bay-Händler ist pleite

19. Januar 2006, 17:20
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    Die österreichische Qentis Holding, die sich seit 2002 unter dem Namen "tichnak" als grösster Händler Europas auf der Online-Auktionssite eBay etabliert hatte, ist pleite.

    Die österreichische Qentis Holding, die sich seit 2002 unter dem Namen "tichnak" als grösster Händler Europas auf der Online-Auktionssite eBay etabliert hatte, ist pleite. Die Österreicher hatten für letztes Jahr 200'000 Transaktionen auf eBay mit einem Gesamtvolumen von 21 Millionen Euro angestrebt, berichtet die deutsche Wirtschaftszeitung 'Handelszeitung' heute. Quentis verkaufte gemäss seiner Webseite unter verschiedenen Namen (expressbuy101, qentis, q*international) auch in der Schweiz.
    Der Fall der Qentis Holding zeigt auf, wie risikoreich auch das Geschäften mit eBay sein kann. Die Österreicher haben nämlich Produkte in Taiwan und den USA auf eigene Rechnung produzieren lassen und über eBay europaweit verkauft. Da die Waren bis zu sechs Monate vorfinanziert wurden, entstand ein relativ hoher Kapitalbedarf, den Quentis unter anderem mit einem Mischkredit ("Mezzanin-Kredit", teils Eigen-, teils Fremdkapital) über 500'000 Euro finanzierte. Das hat offensichtlich nicht gereicht und weiteres Kapital war nicht mehr zu finden.
    Qentis argumentiert auf der eigenen Homepage damit, durch die Ausschaltung des Zwischenhandels liessen sich wesentlich tiefere Preise erzielen und an die eBay-Kunden weitergeben. Der Konkurs zeigt aber auch die Risiken des Direktimports: der Kapitalbedarf ist wesentlich grösser, da der Distributor / Importeur als Kreditgeber entfällt.
    Leute, die von Qentis Waren ersteigert und vorausbezahlt haben aber noch nicht bekommen haben, könnten in die Röhre kucken. Das Käuferschutzsystem von eBay deckt Schäden bis zu 200 Euro (bei 25 %) selbstbehalt, PayPayl deckt unter gewissen Bedingungen bis zu 500 Euro. Ob wie wieviele eBay-Mitglieder in der Schweiz betroffen sind, ist unklar. (Christoph Hugenschmidt)

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