EWs greifen Swisscom auch in der Romandie an

17. Dezember 2007, 14:46
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Freiburger / Neuenburger Stromversorger baut Metro Ethernet. Letzte Meile über Powerline oder Glasfasern.

Freiburger / Neuenburger Stromversorger baut Metro Ethernet. Letzte Meile über Powerline oder Glasfasern.
Nach dem Stadtzürcher Elektrizitätswerk will nun auch der welsche Energieversorger Groupe E (Fribourg und Neuenburg) vermehrt in das Geschäft mit Breitband-Internetdienstleistungen einsteigen.
Groupe E bietet in den erschlossenen Gebieten bereits seit 2001 Internet-Verbindungen über das Stromnetz an. Nun baut der Fribourger Stromversorger ein modernes Metro Ethernet mit Nortel-Technologie. Die Freiburger sind die ersten Kunden in der Schweiz, die Nortel für seine "Provider Backbone Transport" (PBT) genannte Technologie gewinnen konnte. Mit PBT kann man gemäss Christoph Grütter von Nortel Schweiz Ethernet direkt auf Glasfaserkabel bringen. Bei Nortel hofft, man, dass PBT als Standard für Carrier-Netzwerke MPLS (Multi Protocol Layer Switching) ablösen wird. PBT hat den Vorteil, dass die Netzwerke einfacher und damit günstiger zu betreiben sind und es sich zudem besser für Dienstleistungen wie (Video-)Telefonie eignet. Zudem kann ein Dienstleister seinen Kunden relativ günstig direkte Ethernet-Verbindungen zwischen verschiedenen Standorten anbieten.
Groupe E bietet WAN-Ethernet-Services (also Ethernet-Verbindungen über die grössere Distanzen) bereits seit diesem Monat an. Nächstes Jahr will der Energiedienstleister in den erschlossenen Gebieten auch Telefonie anbieten und wird damit zum direkten Swisscom-Konkurrenten. Je nach den von den Kunden gewünschten Kapazitäten wird groupe-e Glasfasern direkt in die (Geschäfts-)Gebäude legen oder die letzte Meile weiterhin über die Stromleitung von den Verteilerkästen in die Häuser überbrücken.
Wieviel Geld der grösste Westschweizer Energieverteiler für den Bau des Metro-Ethernet-Netzwerkes und die Ausrüstung des Stromnetzes für Datenübertragung investiert, wollte man uns nicht sagen, da "noch nicht alle Entscheide gefällt" seien, wie groupe-e-Sprecherin Annette Zunzer zu inside-it.ch sagte. Eindrücklich ist auf jeden Fall die Liste der kürzlich erschlossenen Strassenzüge sowohl in Fribourg selbst wie auch in kleineren Ortschaften. Im Laufe des nächsten Jahres sollen weitere kleinere Ortschaften angebunden werden.
Ganz scheint es, als ob Swisscom in bestimmten Gebieten nicht nur durch Kabel-TV-Anbieter wie Cablecom unter Druck gerät, sondern sich immer häufiger auch mit lokalen Elektrizitätswerken, die eigene schnelle Netzwerke bauen, auseinandersetzen muss. (Christoph Hugenschmidt)

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