Exklusiv! BIT schickt Externe nach Hause

14. November 2014, 16:40
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"Sparsamer Umgang mit Ressourcen."

"Sparsamer Umgang mit Ressourcen."
Der Schritt sei absolut unüblich: "So geht man nicht mit Geschäftspartnern um", sagt ein IT-Personalverleiher zu inside-it.ch. Was ist geschehen? Diese Woche hat das Bundesamt für Informatik (BIT) kurzfristig mehrere Externe nach Hause geschickt. Bis Anfang 2015 werden sie nicht mehr benötigt. Gemäss einer der Quellen lautet die Begründung: Es fehlt das Geld, um diese zu bezahlen.
Das BIT als zentraler IT-Dienstleister der Bundesverwaltung schliesst normalerweise Verträge mit Personalverleihern ab und bezieht die Leistungen dann je nach Bedarf. Üblich ist, dass die Personalverleiher innert nützlicher Frist erfahren, ab wann das BIT die Ressourcen nicht mehr benötigt. Diese Woche aber ging es plötzlich schnell: Eine unbekannte Zahl von Externen musste den Arbeitsplatz räumen.
Je nach Vertrag müssen nun die Personalverleiher oder die Betroffenen selbst sehr kurzfristig eine andere Aufgabe finden, bis sie dann im Januar wieder antreten dürfen. Es sollen vorwiegend Personen betroffen sein, die an BIT-eigenen Projekten arbeiten. Fachleute, die von Kundenaufträgen des BIT bezahlt werden, sind offenbar nicht betroffen.
BIT: "Reguläre Unternehmensführung"
Auf Anfrage von inside-it.ch gibt sich das BIT bedeckt. Es hält fest, man habe "in gewissen Bereichen punktuell auf das Jahresende den Umfang des Leistungsbezugs bis Ende Jahr reduziert." Solche Kapazitätsprüfungen fänden im Rahmen "der regulären Unternehmensführung laufend statt", heisst es aus Bern.
Wie viele sind betroffen? Das BIT schreibt in einem Statement nur: "Führungskräfte haben nun aufgrund der Mittel an geeigneten Stellen die Auftragsvolumen reduziert. Dabei wurde keine Vorgabe auf Anzahl Personen gemacht." Mehrere Betroffene sähen ihr Pensum reduziert, "was aber nicht grundsätzlich eine Auflösung des Auftrages zur Folge hat", so das BIT: "Mit den laufenden Preissenkungen unserer Leistungen wird der sparsamere Umgang mit Ressourcen zunehmend wichtiger und gehört somit zum Alltag." Das Ziel des BIT bleibe, "einen ausgeglichenen Jahresabschluss zu erreichen. Hierzu treffen wir die geeigneten Massnahmen. Wie in jedem normalen Geschäftsgang."
Das BIT beschäftigt aktuell mehr als 1000 Festangestellte und einige hundert Externe. Dass das BIT und die Bundesverwaltung im Allgemeinen viele Externe beschäftigen und damit einen grossen Teil der Verantwortung abgeben, wird schon lange kritisiert. (Maurizio Minetti)

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