Exklusiv! Denner sucht Anschluss an die Moderne - Outsourcing-Deal mit SCIS

14. September 2010, 14:57
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Swisscom IT Services (SCIS) zieht grossen Outsourcing-Deal mit Denner an Land. Der Lebensmitteldetailist installiert damit erstmals in allen seinen 770 Filialen und Satelitten ein IT-gestütztes Backoffice.

Swisscom IT Services (SCIS) zieht grossen Outsourcing-Deal mit Denner an Land. Der Lebensmitteldetailist installiert damit erstmals in allen seinen 770 Filialen und Satelitten ein IT-gestütztes Backoffice.
Denner, die Nummer drei im Schweizer Lebensmittelhandel, hat mit Swisscom IT Services (SCIS) das Projekt "Workplace Solutions" gestartet. Bis zum 5. November sollen die 450 Denner-Filialen und die 320 von Franchisenehmern geführte Denner-Satelliten mit Thinclients von Wyse, Monitoren von Samsung und Multifunktions-Druckern von HP ausgerüstet sein. Der Vertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren und ist rund acht Millionen Franken schwer. SCIS kauft und liefert alle rund 2310 Geräte und betreibt eine Citrix-Serverfarm für die Applikationen. SCIS hat übrigens auch den aus Effizienzgründen nötigen Tausch der Router vom Mutterhaus übernommen. Von dem Deal nicht betroffen sind bei Denner die Kassen, denn die neuen Geräte dienen ausschliesslich dem Aufbau von IT-basierten Backoffice-Arbeitsplätzen. Eine Novität bei Denner, man staune.
SCIS sei zum Zuge gekommen, weil SCIS bereits das Netzwerk für die einzelnen Läden betreut, erklärt Eduardo Stahel, IT-Leiter bei Denner gegenüber inside-it.ch. Jeder andere Anbieter hätte diese Kapazitäten neu aufbauen müssen, um den Outsourcing-Vertrag schlank abwickeln zu können. Das wäre mit Sicherheit wesentlich teurer geworden, sagt Stahel. Für SCIS-Projektleiter Marcel Kuster zeigt der Vertrag mit Denner aber auch, "dass Swisscom IT Services als wichtiger Player im Markt für Workplace-Services wahrgenommen wird."
Derzeit werden pro Woche rund 100 der 770 Satelliten und Filialen von Denner mit je einem Thinclient, Bildschirm und Drucker ausgestattet. SCIS installiert die Geräte und wird die nächsten fünf Jahre auch den Betrieb sicherstellen. Denner hat dazu in einem klassischen Outsourcing die Hardware bei SCIS gemietet. Künftig wird also nur das Denner Hauptquartier in Zürich von der hauseigenen IT-Abteilung betreut, das auch ansonsten von dem Deal nicht betroffen ist. Entlassungen seien kein Thema gewesen, erklärt Stahel, weil bisher in den Filialen und Satelitten kein Backoffice vorhanden gewesen sei: "Wir bauen hier etwas Neues auf", stellt Stahel fest und betont, dass deshalb Denner sicher keinen der eigenen IT-Spezialisten entlassen werde. Künftig wird bei Denner nur noch der First-Level-Support für die Satelliten und Filialen über das eigene Helpdesk sichergestellt. Alles andere übernimmt SCIS.
Auf den von SCIS gelieferten Thinclients laufen unter anderem die Softwarepakete "MS Dynamics" (Navision), "FIS" (Filial-Information-System), "PMS" (Personal Management System) und "E-Learning New POS" (Schulungs-Tool fürs Kassensystem). Während das ERP-System Navision für die Satelliten benötigt wird, wird FIS als All-in-one-Applikation für die Filialen eingesetzt und die gesamte Kommunikation unter anderen auch für Aktionen und Preise übernehmen.
Die bisherige Papierpost soll endgültig der Vergangenheit angehören, heisst denn auch die für Denner wichtigste Begründung dieses Outsourcings. Mit "E-Learning New POS" werden die Mitarbeiter auf dem neuen Kassensystem geschult. Und mit dem PMS wird künftig unter anderem auch die Zeiterfassung und die Personaleinsatzplanung elektronisch laufen. Die Programme werden aber sukzessive eingeführt, erklärt Stahel, weil am Ende des Rollouts das Weihnachtsgeschäft ansteht, das man nicht noch zusätzlich durch die Schulung der Mitarbeiter belasten will. Im Frühjahr 2011 soll aber das Gesamtsystem inklusive aller Applikationen in den 770 Denner-Geschäften reibungslos laufen. (Volker Richert)

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