Exklusiv! Finnova und HP bauen gemeinsame Plattform

6. November 2014, 09:02
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HP öffnet sein IBIS-Integrationsmodul für Finnova und will künftig aus Liebefeld "Banking as a Service" anbieten. Der Schritt bringt neuen Schwung in den Markt für Banking-Dienstleistungen.

HP öffnet sein IBIS-Integrationsmodul für Finnova und will künftig aus Liebefeld "Banking as a Service" anbieten. Der Schritt bringt neuen Schwung in den Markt für Banking-Dienstleistungen.
Im Schweizer Markt für Banking-IT werden die Karten neu gemischt. Hewlett-Packard Schweiz als Betreiber des HP Banking Service Center in Liebefeld ist eine Kooperation mit dem Lenzburger Bankensoftware-Hersteller Finnova eingegangen. Mit dabei ist auch die Berner Kantonalbank (BEKB), welche die Software IBIS3G von HP betreiben lässt. Ziel der Partnerschaft ist, dass Finnova an die Middleware von IBIS3G - den sogenannten "Financial Transaction Processor" - angedockt werden kann. Mit diesem Integrationsmodul wollen die Partner künftig Banken die Möglichkeiten geben, Banking-Services wie etwa den Zahlungsverkehr über das HP Banking Service Center - ehemals RTC - abzuwickeln.
Michel Döringer, Head of Financial Services Industry bei HP Schweiz, bestätigt auf Anfrage von inside-it.ch, dass HP und Finnova zusammen mit der BEKB einen entsprechenden Prototypen aufsetzen. Erste Ergebnisse sollen Mitte des Jahres 2015 vorliegen. Mit dem Integrationsmodul soll es möglich sein, unterschiedliche IT-Plattformen und Software-Module zu verbinden. Das Modul soll zu einem "Banking as a Service"-Angebot aufgebaut werden. Döringer spricht von einem offenen Ökosystem für Banken. Angedacht sei, dass künftig auch andere Bankensoftware-Anbieter an den "Financial Transaction Processor" angebunden werden können. "Wir bieten den Banken eine günstige Lösung, ohne dass sie grosse Big-Bang-Migrationsprojekte durchführen müssen", sagt Döringer, der vor seinem Engagement bei HP zehn Jahre bei Swisscom im Banking-Geschäft war.
Gegengewicht zu Swisscom & Co.
Das Vorhaben könnte wieder Bewegung in den Schweizer Markt für Banking-Outsourcing bringen. Swisscom als Platzhirsch im Finnova-Umfeld versucht schon seit längerem, die BEKB zu überzeugen, ihren Zahlungsverkehr über die von Swisscom übernommene Entris-Plattform abzuwickeln - vergeblich. Bedroht fühlen durch diese Partnerschaft dürften sich aber vor allem kleinere Finnova-Verarbeiter wie Finanz-Logistik in St. Gallen. Gelingt das Projekt, entsteht ein gewichtiger Player im Finnova-BPO-Umfeld. Finnova würde sich damit etwas von der Abhängigkeit von Swisscom lösen und könnte seinen Kunden eine grössere Wahlfreiheit bieten.
Auf der anderen Seite will HP mit der Partnerschaft endlich im Schweiz Banking-Markt zum Erfolg kommen. In letzter Zeit hat HP mit der Jurassischen Kantonalbank war HP im Rennen, konnte sich trotz der unbestrittenen Qualität von IBIS3G nicht gegen etablierte Player durchsetzen.
Mit dem Entschluss, auf Modularisierung zu setzen und den Banken eine "neutrale" Plattform anzubieten, versucht HP eine Nische zu finden im gesättigten Schweizer Banking-IT-Markt. Im Visier haben HP und Finnova aber auch Banken ausserhalb der Schweiz. (Maurizio Minetti)
(Interessenbindung: Hewlett-Packard ist ein wichtiger Werbekunde unseres Verlags.)

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