Exklusiv! Garaio schluckt In4U

27. März 2012, 21:06
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Der Berner Software-Hersteller Garaio wird zu einer Art "Mini-IBM". Morandi und Beltramello bei In4U schon weg.

Der Berner Software-Hersteller Garaio wird zu einer Art "Mini-IBM". Morandi und Beltramello bei In4U schon weg.
"Ambitiös" sagte ein Analyst, den wir heute Abend auf dem Heimweg an der Zürcher Langstrasse die Story von der Übernahme des Lysser KMU-Outsourcers In4U durch den Berner Software-Hersteller Garaio erzählten. "Was will der Software-Hersteller mit einem Rechenzentrum?", fragte ein uns anderer bekannter Player in der Schweizer IT-Szene zum gleichen Thema.
Die Fakten: Der Berner Software-Hersteller Garaio übernimmt zu einem nicht genannten Betrag 100 Prozent des Lysser KMU-Outsourcers In4U. Dies geht aus einem Schreiben hervor, das In4U gestern an Kunden gesandt hat und das inside-channels.ch vorliegt.
In4U werde als "eigenständige juristische Einheit unter eigenständigem Namen weitergeführt" , heisst es in dem Brief. Und In4U-Gründer und -Verwaltungsratspräsident Martin Zaugg habe "mit dem Zusammenschluss einen zukunftsgerichteten Weg" eingeschlagen. Insbesondere betont In4U in dem Schreiben, dass sich Garaio durch die Vertiefung der Wertschöpfungskette von der Konzeption über Entwicklung bis zum Betrieb einer Lösung Wettbewerbsvorteile verspreche.
In4U-Chefs weg
COO der "neuen" In4U soll gemäss dem erwähnten Schreiben Pascal Hayoz werden. Hayoz war zuletzt Leiter Services und Mitglied der Geschäftsleitung beim bekannten VAR Wagner, zuvor bei it solution und bei ibs Switzerland. Die Geschäftsleitung von In4U wird interimistisch Garaio-Chef David Brodbeck übernehmen. Bruno Morandi, der die Leitung von In4U 2009 von Zaugg übernommen hatte verlässt die Firma ebenso wie Services-Chef Alberto Beltramello.
Garaio wird zum Cloud-Anbieter
Der Berner Software-Hersteller Garaio beschäftigt ungefähr 90 Mitarbeitende und machte 2011 einen Umsatz von 17,5 Millionen Franken. Erst vor kurzem sagte uns der ehemalige In4U-Chef Morandi, seine Firma habe 2011 ungefähr 12 Millionen Umsatz mit 47 Mitarbeitenden gemacht.
Im Verbund werden der Software-Hersteller und der Outsourcer ein Cloud-Angebot machen können. Man wird also Garaio-Software vom Anbieter selbst "als Service" beziehen können. Die Frage wird sein, ob es In4U gelingen wird, weitere Software-Hersteller als Partner an Bord zu behalten und ob es Garaio schafft, als eine Art "Mini-IBM" (Anbieter von Beratung, Software-Entwicklung und IT-Dienstleistungen) den Fokus auf Kundenbedürfnisse und Qualität zu halten.
Sowohl Garaio wie auch In4U sind im laufenden Jahr mit Herausforderungen konfrontiert. In4U hat in der Vergangenheit sehr viel in IT-Infrastruktur investiert und sieht sich nun "Riesen" wie Microsoft, HP und Swisscom gegenüber. Garaio muss sich dieses Jahr durch den Eintritt von Abacus in den Markt für Immobilien-Management-Software, wo man ein eigenes Produkt anbietet, auseinandersetzen.
Beide Firmen hatten heute Nacht keine Gelegenheit zu Stellungnahmen. (Christoph Hugenschmidt)

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