Exklusiv! Inside-it.ch knackt IBM-PR-Verschlüsselung

15. April 2005, 16:55
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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht

Früher, als Russland Sowjetunion hiess und China noch ein Agrarland war, gab es eine Spezies von Journalisten, die auf die Entschlüsselung der Verlautbarungen aus den Politischen Büros der diversen kommunistischen Parteien spezialisiert waren. Heute werden solche Redaktoren einzig noch für die Berichterstattung aus Nordkorea benötigt.
So können uns diese Leute folgenden Satz übersetzen: "Das koreanische Volk wird sich nie den Anmassungen der imperialistischen Aggressoren beugen und hat sich deshalb unter heroischen Anstrengungen der werktätigen Klassen Koreas mit mächtigen Waffensystemen zu seinem eigenen Schutz ausgerüstet." Zu Deutsch: Wir haben die Atombombe!"
Verschlüsselte Mitteilungen gibt es aber immer noch. So antwortete die IBM-PR-Maschine in Gestalt des EMEA-Pressechefs Fred McNeese auf unsere Frage, ob an den Gerüchten zum bevorstehenden Stellenabbau und dem Umzug des Pariser IBM-Hauptquartiers nach Zürich etwas dran sei, wie folgt:
"IBM is looking at evolving client needs and changes in the way we operate so that we can meet those needs in the most efficient and productive manner possible - including re-examining our operations and organizational structure in countries around the world. Our country management teams are focused on the opportunities presented by their local marketplace and requirements of their local clients. As we decide how we will move forward, we will interact with employees and employee representatives as required to discuss the proposals we are considering. We have made no final decisions, thus we have nothing to announce."
Entschlüsselung dank modernster IT
Hm... wahrlich ein schwierig zu dechiffrierender Text, den uns McNeese da zukommen liess. Nur gut, dass wir mit Einsatz von modernsten Technologien eine PR-Entschlüsselungs-Software entwickelt haben. Die komplexe Software läuft auf einem Grid bestehend aus 2000 Sun-Fire-Servern unter Solaris11.
Nun, wir gaben also die hochverschlüsselte PR-Mitteilung aus Paris in unser System (HuRon-PR-Decif v1.08) ein. Nachdem das System 18 Stunden ratterte, diverse Harddisks verglühten und wir die Server mit je 16 GB RAM aufgerüstet hatten, kam der Klartext: "Ja".
Damit haben wir einen Meilenstein in der Weiterentwicklung der Schweizer Softwareindustrie erreicht. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menscheit ist es gelungen, die bisher als unknackbar geltende Verschlüsselung der Verlautbarungen aus einer IBM-Zentrale zu knacken. (Christoph Hugenschmidt)

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