Exklusiv! Kofax schwört dem Dicom-Business Treue

25. Februar 2008, 10:10
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Vor wenigen Tagen wurde der Information-Capture-Spezialist Dicom in Kofax umgetauft. Wird nun das klassische Dicom-Geschäft, die Hardware-Distribution aufgegeben? Kofax-Marketing-Chef Andrew Pery stellte sich exklusiv den Fragen von inside-channels.ch.

Vor wenigen Tagen wurde der Information-Capture-Spezialist Dicom in Kofax umgetauft. Wird nun das klassische Dicom-Geschäft, die Hardware-Distribution aufgegeben? Kofax-Marketing-Chef Andrew Pery stellte sich exklusiv den Fragen von inside-channels.ch.
Vor wenigen Tagen segneten die Dicom-Aktionäre den Vorschlag des Verwaltungsrats, die Firma in Kofax umzutaufen, ab. inside-channels.ch fragte Marketing-Chef Andrew Pery (Foto) nach den Hintergründen für diesen ungewöhnlichen Schritt.
Es scheint, als wüsste hier in Europa niemand so richtig, was Kofax überhaupt macht. Was tun Sie, um dem Markt zu erklären, was Kofax ist?
Andrew Pery: Es stimmt, bisher herrschte eine grosse Konfusion im Markt. Wir hatten drei verschiedene Markennamen und Internet-Seiten. Dicom stand für das indirekte Distributionsgeschäft von Hardware in Europa, Kofax für Software für Information Capture, die ebenfalls indirekt vertrieben wird. Und dann gab es noch TopCall, wo wir als Systemintegrator für Unified Messaging tätig sind.
Mit einer Umfrage stellen wir fest, dass Kofax weltweit die stärkste Marke in unserer Firma ist. Deshalb tauften wir die Firma in Kofax um. Kofax steht nun für drei Geschäftszweige: Das Hardware-Geschäft in Europa, das Geschäft mit Applikationen und unser OEM-Geschäft mit Software, die beispielsweise von Fujitsu, Canon und HP mitverkauft wird.
Man wird den Verdacht nicht los, dass Kofax das Distributionsgeschäft in Europa früher oder später abstossen wird...
Andrew Pery: Wir haben nicht die geringste Absicht, das Distributionsgeschäft zu verkaufen. Unsere neue Struktur wird es stärken, denn nun können wir Cross-Selling zwischen dem Software- und Hardware-Geschäft noch einfacher betreiben. Ein Scanner ist für sich gesehen ein Commodity-Produkt. Zusammen mit unserer Software ist er es aber nicht. Mit dem gestärkten Markennamen Kofax wird auch die Distribution visibler. Zudem können wir nun global agierende Kunden auch global betreuen.
Das Distributionsgeschäft ist profitabel und wir haben auch keine langfristigen Pläne es loszuwerden.
Im ECM-Umfeld gibt es eine heftige Konsolidierungswelle. Ihr Konkurrent Captiva wurde von EMC übernommen. Ist Kofax nun eine Übernahmekandidat?
Andrew Pery: Wir sind nun in einer glücklichen Lage: Wir sind der einzige unabhängige und globale Spezialist für Datenerfassung. Wir haben starke Partnerschaft zu Oracle, IBM oder Open Text und HP schloss eben eine strategische Partnerschaft. Unser CEO, Reynolds Bish, war zuvor CEO von Captiva. Er bekennt sich ganz klar zur Unabhängigkeit.
Mit dem Namenswechsel verliess auch Urs Niederberger Kofax. Wird die früher irgendwie auch schweizerische Firma nun amerikanisiert?
Andrew Pery: Ich habe enormen Respekt vor Urs, und er war es auch, der mich angestellt hat. Niederberger war Teil der Branding-Initiative. Nun wollte er sich eine Auszeit nehmen.
Europa erwirtschaftet einen signifikanten Teil unseres Umsatzes. Es war aber zu dezentral organisiert und es gab zuviele Management-Ebenen. Jedes Land hatte sein eigenes ERP-System und seine eigene Profit & Loss Verantwortung. Das Ziel der Reorganisation ist nicht, mehr Macht in den USA anzusiedeln, sondern mehr Transparenz in die Firma zu bringen. Mit Hans-Peter Christen und anderen ist Europa in der Geschäftsleitung gut vertreten. Wir wollen die Multikulturalität der Firma bewusst erhalten.
Richtig ist aber, dass wir gewisse Funktionen, wie IT und Marketing zentralisiert haben. Die einzelnen Länderniederlassungen sind nun Verkaufszentren. Unser CEO Reynolds Bish verfolgt eine klare Wachstumsstrategie. Wir müssen intern effizienter werden, um mehr Cash zu generieren. Früher hatten wir eher einen Konsens-orientierten Managementstil, heute sind wir eher entscheidungsorientiert. Notwendige aber auch harte Entscheidungen sollen rasch umgesetzt werden. (Gespräch: Christoph Hugenschmidt)

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