Exklusiv! Kongress-Krieg in der Schweizer E-Health-Szene

6. März 2008, 16:55
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Swiss eHealth Summit vs. eHealthcare-Kongress: Wer wird sich durchsetzen?

Swiss eHealth Summit vs. eHealthcare-Kongress: Wer wird sich durchsetzen?
Schon lange bevor der Bund im vergangenen Sommer die "Strategie eHealth Schweiz" für die Jahre 2007 bis 2015 genehmigt hat im luzernischen Nottwil.
Kampf um Sponsoren
Die Frage ist, ob es zwei E-Health-Veranstaltungen braucht und vor allem ob sie nebeneinander existieren können. Schliesslich bestimmt "die Industrie" mit ihren Sponsorengeldern, welche der beiden Veranstaltungen unterstützt werden soll. Gestern teilten die Organisatoren des Berner "Summits" mit, dass die Schweizerische Post, SAP, IBM, Cisco und Swisscom an Bord seien. Gemäss Homepage sind Cisco und IBM auch in Nottwil dabei, zudem auch Microsoft, Siemens, Sun, T-Systems, Intel und Philips. Doch was auf der Homepage steht, entspricht nicht mehr der Realität. Rosalia Steuer, COO beim Nottwiler eHealthcare-Veranstalter, sagt gegenüber inside-it.ch, dass Cisco, IBM, Intel und Swisscom ihre Verträge gekündigt haben.
Insider berichten, dass sich auch Microsoft und die anderen bedeutenden Sponsoren von Nottwil abwenden werden. "Die haben nur noch die Unterstützung von Siemens", sagt ein mit der Sache vertrauter Gesprächspartner. Steuer weist den Vorwurf entschieden zurück: "Das stimmt nicht. Einige Sponsoren wie Arpage und ICW haben ihr Engagement sogar verstärkt." Steuer weist darauf hin, dass der Anlass erst im September stattfindet und derzeit immer noch Gespräche laufen. Die Durchführung sei auf jeden Fall nicht gefährdet - das sei sie nie gewesen. Steuer ist zuversichtlich, dass der eHealthcare-Kongress im September mit genügend Sponsoren durchgeführt werden kann.
Die Frage ist allerdings, wie bedeutend dieser etablierte Kongress sein wird, wenn die grossen Namen aus der Industrie fehlen. Die "Summit"-Macher René Meier und Markus Gnägi verbinden zwei wichtige Kernelemente für eine erfolgreiche Branchen-Veranstaltung: Meier hat die Kontakte in der Industrie und Gnägi - bis Ende Dezember noch bei eHealthcare beschäftigt - hat sicherlich genug Know-how in Sachen E-Health-Veranstaltungen.
Auf die Frage, wieso sich plötzlich alle bedeutenden Hersteller von Nottwil abwenden, verweist ein Insider auf die Tatsache, dass die Logos von Cisco, IBM und Intel immer noch nicht von der eHealthcare-Homepage entfernt worden seien, obwohl die Hersteller dies mehrmals verlangt hätten. "Ein solches Geschäftsgebaren wollen sich die Hersteller nicht bieten lassen", sagt der Insider.
IG eHealth ist "neutral"
Derweil haben heute im Rahmen der Telematiktage in Bern verschiedene IT-, Telekom- und Dienstleistungs-Anbieter die "Interessengemeinschaft eHealth" gegründet. "Der Verein IG eHealth will dazu beitragen, dass Prozesse im Gesundheitswesen dank elektronischer Unterstützung effizienter und günstiger werden", heisst es in einer Mitteilung. Mit dabei sind bislang Cisco, IBM, Intel, Microsoft, die Schweizerische Post, SAP, Siemens und Swisscom. Präsident ist Urs Stromer, Projektleiter eHealth der Schweizerischen Post. Die "IG eHealth" nimmt auch Einsitz in der beratenden Begleitgruppe des E-Health-Koordinationsorgans des Departement des Innern und der Gesundheitsdirektorenkonferenz, welche die Strategie des Bundes umsetzt.
Wie steht die "IG eHealth" zum Streit zwischen "Summit" und "Kongress"? Walter Stüdeli, Co-Geschäftsführer der Interessengemeinschaft, sagt gegenüber inside-it.ch: "Es ist fraglich, ob zwei verschiedene Veranstaltungen sinnvoll sind. Wir wollen aber nicht Position beziehen", so Stüdeli diplomatisch. (Maurizio Minetti)

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