Exklusiv! Michael Urban zum Discounter-Geschäft

13. Mai 2005, 12:22
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Hat das Geschäftsmodell von Medion und Targa Zukunft?

Hat das Geschäftsmodell von Medion und Targa Zukunft?
Der deutsche Mega-Assemblierer Medion ist in der Vergangenheit mit einem speziellen Geschäftsmodell sehr rasch gewachsen: Medion produziert unter anderem PCs und Notebooks für die grossen Retail-Discounter (Aldi, Lidl, Denner...), die diese als Eigenmarken zu sehr tiefen Preisen in Massen absetzen.
Während Medion auch PCs für Dritthersteller (z.B. HP) produziert und als Eigenmarke in den grossen Fachmärkten (Interdiscount, Media Markt) präsent ist, konzentriert sich Konkurrent Targa mehr auf das Business mit den Retailern. Doch die neuesten Zahlen von Medion lassen aufhorchen. Der Umsatz brach im ersten Quartal dieses Jahres um 18% (auf 630 Mio. Euro) ein, der Gewinn gar um drei Viertel (EBIT: 12,5 Mio. Euro).
Michael Urban, der den deutschen Assemblierer und Medion-Konkurrenten Targa vor eineinhalb Jahren von Actebis kaufte, sagt, der Umsatzeinbruch bei Medion sei ein branchenweites Phänomen. Urban: "Die Konsumenten in Deutschland sind gerade bei Produkten über 1000 Euro sehr zurückhaltend." Der rasante Preiszerfall führe dazu, dass die Kunden den Kaufentscheid herauszögern und weniger oft auf die nur kurzen Aktionen bei den Discountern einsteigen. Urban: "Der Aldi/Lidl-Effekt ist zur Zeit ein bisschen vorbei."
Keine Angst vor Lenovo
Trotzdem glaubt Urban, dass sein Geschäftsmodell Zukunft habe. "Unser Geschäftsmodell funktioniert. Ich bin sicher, dass die Geschäfte mit der Konjunktur wieder anziehen werden."
Eine interessante Antwort gibt Urban auf unsere Frage, was er vom Markteintritt des chinesischen Herstellers Lenovo halte. Urban: "Ich habe keine Angst vor Lenovo. Ich habe höchstens Angst, dass Lenovo nicht richtig rechnet. Der After-Sales-Service und Garantieleistungen machen einen wichtigen Teil des Preises eines Notebooks aus. Wenn ein Hersteller den Service nicht richtig kalkuliert, kann er schnell einen Preisvorteil von 30 bis 40 Euro herausschlagen. Bis sich die Fehlkalkulation rächt, dauert es dann drei bis vier Jahre." (Christoph Hugenschmidt)

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