Exklusiv! Rechtsstreit um Glarner Software-Entscheid

12. Mai 2010, 09:39
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Wdata und TransformIT gewinnen mit Abacus / NEST die Auschreibung für eine neue Finanz- und Gemeindelösung für den Kanton und die drei neuen Gemeinden von Glarus. Doch OBT legt Beschwerde ein.

Wdata und TransformIT gewinnen mit Abacus / NEST die Auschreibung für eine neue Finanz- und Gemeindelösung für den Kanton und die drei neuen Gemeinden von Glarus. Doch OBT legt Beschwerde ein.
Am 7. Mai 2006 fällte die Glarner Landsgemeinde einen historischen und für die Schweiz einmaligen Entscheid: Alle Gemeinden des Kantons sollten zu den drei Gemeinden Glarus Nord, Glarus und Glarus Süd fusionieren. Ziel der Gemeindefusionen ist eine massive Verbesserung der Effizienz und die Professionalisierung der Verwaltungen.
Im Herbst 2009 beschloss man in diesem Sinne, für den Kanton und die drei - mit maximal 16'000 EinwohnerInnen immer noch relativ kleinen - Gemeinden die gleiche Software-Lösung einzuführen. Man erhofft sich davon "enorme Einsparungen im Betrieb bei einem hohen Informatikstandard", wie es auf der Informatik-Webseite des Kantons heisst.
Freihändige Auftragsvergabe wegen Zeitdruck
Die drei neuen Gemeinden sollen ab 1. Januar 2011 für ihre Einwohner funktionieren - bis dann sollten also auch die Informatik-Lösungen laufen. Der Zeitdruck ist deshalb heute - wenige Monate vor dem "going live" der neuen Struktur des Kantons - enorm.
Am 9. März informierte der Regierungsrat des Kantons Glarus, dass die Gemeinden den Kanton "aufgrund der sehr hohen zeitlichen Dringlichkeit" gebeten haben, die dringendsten Arbeitsvergaben für die Einführung der neuen Informatiklösungen an ihrer Stelle vorzunehmen. Der Regierungsrat vergab darauf den Auftrag für die Intital-Dienstleistungen für die Einführung von Abacus an Wdata und für die Einführung von NEST / ISE an TransformIT.
Wann genau sich die Gemeinden und der Kanton für den flächendeckenden Einsatz von Abacus / NEST entschlossen haben ist unklar. Sicher ist, dass Abacus / NEST bereits in einigen Strukturen im Kanton im Einsatz ist und deshalb der Migrationsaufwand in vielen Fällen überschaubar bleibt.
OBT legt Beschwerde ein
Der unterlegene Dienstleistungs-Anbieter OBT hat, wie inside-it.ch weiss, allerdings beim Verwaltungsgericht des Kantons Glarus Beschwerde eingelegt und eine superprovisorische Verfügung verlangt. Diese wurde abgelehnt, worauf OBT den Fall an die nächsthöhere Instanz, das Bundesgericht, weiterzog.
OBT-CEO und Verwaltungsrats-Delegierter Thomas Kade wollte sich zum Glarner Rechtsstreit "zum jetzigen Zeitpunkt nicht äussern", wie er auf Anfrage in einem E-Mail schrieb.
Keine Verzögerungen?
Auch Walter Züger, Departementssekretär des Glarner Departements Volkswirtschaft und Inneres äusserte sich nicht zum Rechtsstreit um die Auftragsvergabe.
Zum heutigen Zeitpunkt, so Züger vorsichtig, sei nicht anzunehmen, dass der Rechtsstreit zu Verzögerungen bei der Einführung der Software für die drei neuen Gemeinden führen werde. Allerdings sei der geplante Termin für das Going-live (1.1.2011) sowieso "sehr ambitiös" und es sei nicht sicher, ob er einhaltbar ist, so Züger auf Anfrage. (Christoph Hugenschmidt)

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