Exklusiv! RedIT AG will finanziellen Neuanfang

21. April 2011, 09:01
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    RedIT will an der Aktionärsversammlung anfangs Mai sein gesamtes Aktienkapital abschreiben. Davon profitieren könnte Geschäftsführer Andreas Kleeb.

    Der Zuger IT-Dienstleister RedIT AG will den Nennwert der Aktien auf 20 Rappen senken. Damit soll das Unternehmen nach dem operativen Turnaround auch finanziell saniert werden.
    Der Nominalwert pro Aktie der RedIT AG, dem Mutterhaus der heutigen RedIT Services und der RedIT Dynamics, betrug Ende des vergangenen Jahres noch 1.10 Franken. Dies ist dem aktuellen Jahresbericht des Unternehmens zu entnehmen, der inside-channels.ch vorliegt. Ende 2006 waren es noch 10 Franken gewesen.
    Jetzt soll eine weitere Nennwertreduktion stattfinden, wie Andreas Kleeb - Gründer, Verwaltungsratsvizepräsident und Geschäftsführer der RedIT AG - auf Recherchen von inside-channels.ch bekannt gab. "Der Verwaltungsrat hat gemäss einem Aktionärsantrag entschieden, an der Aktionärsversammlung eine Nennwertreduktion auf 20 Rappen zu prüfen." Gleichzeitig soll das Aktienkapital erhöht werden.
    Kein Geld für Zinsdienst
    Diese Schritte drängen sich aus zwei Gründen auf, wie der Verwaltungsrat des Ende 2009 dekotierten Unternehmens nach unten korrigiert werden und zweitens könne das Unternehmen ein Darlehen von 7,5 Millionen Franken an einen institutionellen Gläubiger nicht zurückzahlen.
    Dieses Geld war im Rahmen eines Anleiheprogrammes namens PULS für KMU als nachrangige Inhaberschuldverschreibung vor fünf Jahren eingebracht worden. Jetzt will PULS auf fünf Millionen Franken und drei bereits gestundete Zinszahlungen verzichten. Dies unter der Bedingung, im Rahmen einer so genannte Verrechungsliberierung mit Aktien an der Firma beteiligt zu werden.
    Umwandlung eines beelk-Kleeb-Darlehens
    Neben der Umwandlung der PULS-Restschuld soll auch ein bestehendes Gesellschafterdarlehen in Aktien umgewandelt werden. Dabei handelt es sich um ein Darlehen in der Höhe von einer Million Franken der beelk Holding. Hinter dieser steht Kleeb.
    Dieser würde damit - wieder - zum Grossaktionär des Unternehmens. Mit Blick auf bisherige Aktionäre sagt er dazu: "Ich mache das nicht, um jemandem etwas wegzunehmen. Ich mache das, um das Unternehmen und die Arbeitsplätze zu retten." Beim Entscheid im dreiköpfigen Verwaltungsrat, den Nennwert der Aktien zu vermindern, seien er und ein weiterer Verwaltungsrat, in den Ausstand getreten.
    Gesunde Tochtergesellschaften
    Bereits Anfang 2010 hatte Kleeb notfallmässig wieder das Ruder des von ihm gegründeten Unternehmens übernommen. Er splittete RedIT in zwei autonome Gesellschaften: Technology Services (Infrastruktur) und Business Solutions (ERP, vor allem Dynamics NAV). Er betont im Gespräch mehrfach: "Es gibt keine operative Überschuldung, die beiden Tochtergesellschaften sind in Ordnung."
    Es gehe jetzt lediglich um die abschliessende, bilanzmässige Sanierung des Mutterhauses. Hier hätten die grossen Gläubiger konstruktive Lösungen in Aussicht gestellt. Am 5. Mai wird die Aktionärsversammlung stattfinden. Der Verwaltungsrat werde dann, so Kleeb, aus formaljuristischen Gründen eine ausserordentliche Generalversammlung beantragen, an der über die Nennwertreduktion befunden werden soll. (Philippe Kropf)

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