Exklusiv! Sage verkauft Pro-Concept wieder

29. Oktober 2009, 10:01
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Sage und das Pro-Concept-Management verhandeln über einen Management-Buy-Out der jurassischen Lösung. Stellenabbau am Sage-Hauptsitz in Root.

Sage und das Pro-Concept-Management verhandeln über einen Management-Buy-Out der jurassischen Lösung. Stellenabbau am Sage-Hauptsitz in Root.
Das gab es unseres Wissens im Sage-Konzern noch nie: Sage will den jurassischen ERP-Hersteller Pro-Concept, der erst im April 2007 für rund 18,5 Millionen Franken übernommen worden war, wieder verkaufen. Dies geht aus einem internen Mail von Sage-Schweiz-Chef Jean-Jacques Suter hervor, das uns vorliegt.
"Mit heutigem Datum (30.9. - die Red.) wurde eine Vereinbarung unterzeichnet, wonach Verhandlungen aufgenommen werden, um die Pro-Concept AG an das aktuelle Management zu verkaufen," schreibt Suter in dem Mail.
Stellenabbau in Root
Zudem kündigt der neue Sage-Schweiz-Chef in dem E-Mail einen Stellenabbau an. Die aktuelle Situation erfordere "eine leichte Anpassung beim Personalbestand" schreibt Suter. Einzelne Kündigungen seien nicht vermeidbar. Davon betroffen seien "etwa ein Dutzend Mitarbeitende aus allen Bereichen am Standort Root", heisst es weiter in dem Mail.
Bei Sage Schweiz konnte man unsere Fragen aus rechtlichen Gründen nicht beantworten, da sich der in Grossbritannien börsenkotierte Konzern in der "closing period" befindet und das Management keine Aussagen machen darf. Sogar, ob das uns vorliegende E-Mail tatsächlich so versandt wurde, wollte Sage-Schweiz-Sprecher Andreas Briker weder bestätigen noch dementieren. Anfang nächste Woche will Sage Schweiz mit einer Pressemitteilung Klarheit schaffen.
Pro-Concept wieder "in Freiheit"
Warum Sage Schweiz den für viel Geld gekauften jurassischen Hersteller Pro-Concept wieder los werden will, liegt für Kenner der Materie auf der Hand: Sage konnte mit Pro-Concept, einer Lösung, die beim Kunden einen hohen Consulting-Aufwand verursacht und deshalb eher direkt verkauft werden sollte, kein Geld verdienen. Deshalb hat man sich entschieden, den attraktiven Markt der mittelgrossen Unternehmen mit dem französischen Produkt X3 anzugehen.
Es überrascht nicht, dass das Management rund um Firmengründer Pierre-Alain Schnegg, immerhin "Unternehmer des Jahres 2004", mit der neuen, herabgestuften Rolle der Software innerhalb des Sage-Konzerns nicht glücklich sein konnte und deshalb eine andere Lösung gesucht und nun wohl auch gefunden hat. Für die Schweizer Softwareindustrie ist die wiedergewonnene "Freiheit" des jurassischen Herstellers deshalb keine schlechte Nachricht. (Christoph Hugenschmidt)

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