Exklusiv! So wird das Channel-Jahr 2015

31. Dezember 2014, 10:25
  • kolumne
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Wer im IT-Business überleben will, muss vorausschauen. Wir helfen und sagen Ihnen schon jetzt was 2015 passieren wird. Vorsicht: Unsere Prophezeiungen treffen leider immer ein.

Das inside-channels.ch-Analystinnenteam weiss was wird: Im Uhrzeigersinn: Madama Mirza, Mama Ronja, Milostivá Pani Krassnikova, Senora Linda de Burgos.
Die 1. Prophezeiung: Sämtliche IBM-Händler in der Schweiz, die noch existieren und nicht schon Bechtle oder Swisscom gehören, fusionieren. Aus WIRD, ITPoint, UMB, Wagner & Co. wird die Firma Swiss Business Partners United. Grund: Nur so schaffen sie den nötigen Umsatz, den es braucht, damit man eine direkte Telefonnummer eines Partner-Betreuers von IBM in Dubai bekommt. Ohne diese Nummer wäre man aber verloren, denn nur dieser Partner-Betreuer in Dubai hat die direkte Nummer des für die Schweiz zuständigen Binding-Offer-Managers in Bangalore, der die E-Mail-Adresse der Quote-Managerin in Medellin kennt.
Die 2. Prophezeiung: Hewlett-Packard beschliesst, sich nicht nur in zwei, sondern in elf Firmen aufzuteilen. Alle einst aufgekauften Firmen werden wieder abgetrennt. Originell: HP benennt die neuen Firmen, so wie die aufgekauften geheissen haben – mit Zusatz: Heds, Hercury, Hecom, Hetonomy, Hepaq und so weiter. Die Börsenkurse der abgespaltenenen Firmen gehen durch die Decke. Nach dem Erfolg der Übung an der Börse ziehen Oracle (Osun, Oplesoft, O.O.Odwards, Ova) und Cisco sofort nach. Cisco spaltet sich 916 Firmen auf, EMC nur in 27.
Die 3. Prophezeiung: Anders läuft es im Schweizer Channel: Während alle IBM-Reseller fusionieren, werden alle HP-Partner und überhaupt alle anderen überlebenden Reseller von Swisscom aufgekauft. Im März postet Swisscom die MTF-Gruppe, im Juni ist Itris dran, im August Leuchter, im September Lake, im Oktober RedToo, RedIT und GlobalIT und im November der Rest. Im Dezember kauft Swisscom nichts, weil der Chefbuchhalter sagt, er müsse nun erst mal das alles ein bisschen konsolideren. Die drei Online-Händler, die Swisscom übersehen hat, werden von Roland Brack gepostet.
Die 4. Prophezeiung: Windows 10 wird total gut und verleiht dem PC-Handel zu einem unverhofften Aufschwung. Die Kunden sind von der unglaublichen Innovation "Startbutton" sowie der Tatsache, dass man die vorinstallierte Backup-Software nun in weniger als 60 Minuten findet, begeistert und stürmen die (Online-)Läden. Ganz nach dem "Never ask me about the bullshit I told you yesterday"-Prinzip sagen Experten von Gartner, PAC und IDC, inside-channels.ch sowie Röbi Weiss, sie hätten ja schon immer gesagt, dass Tablets und Android überschätzt werden.
Die 5. Prophezeiung: Die Schweizer erlebt am Donnerstag, 17. September einen neuen IT-Veranstaltungsrekord. An total 39 Veranstaltungen werden insgesamt 411 Awards, davon 3 Startup-Awards in je 10 Kategorien, 2 App-Awards mit je 9 Kategorien sowie diverse Innovations-, Transformations- und Digitalisierung-Awards, verliehen. Dazu kommen diverse Foren (Payment, Mobile, App, Analysis, Big Data) sowie acht Veranstaltungen mit "E" (E-Gov, E-Health, E-Police, E-Justiz, E-Commerce, E-Voting, E-Business, E-Publishing). Anschliessend an die 39 Veranstaltungen gibt es 39 Apéro Riches, was zum totalen Zusammenbruch der Supply Chain für Fleischbälleli in Tomatensauce führt.
Die 6. Prophezeiung: Der Preiskrieg zwischen den Cloud-Dienstleistern AWS, Microsoft, Google und IBM eskaliert. Microsoft prescht vor und bietet allen Kunden 1 Cent Bezahlung pro GB Online-Speicher an. Amazon und Google ziehen sofort nach und bieten zusätzlich noch Gutscheine für Bücher (Amazon) und Online-Werbung (Google) an. IBM lässt sich nicht lumpen und bietet 1,5 Cents pro GB Online-Speicher und zusätzlich 10 Sekunden Nutzungszeit für das Watson-Orakel. Das alles nützt aber nichts, denn Swisscom ist schlauer und heuert eine nordkoreanische Hackertruppe an, die die Online-Speicher von AWS, Microsoft, Google und IBM knackt, und geheime Daten veröffentlicht. Das hilft.
Die 7. Prophezeiung: Dass alle Online-Händler und Retailer Same Day Delivery einführen wollen, führt zu einer Velokurier-Blase. Blackstone investiert in den Veloblitz Zürich und Kohlberg, Kravis, Roberts steigt aus Oracle aus und beteiligt sich am Velokurier Bern. Einmal mehr zeigt sich Brack auf der Höhe der Zeit und führt als erster Händler weltweit "Before Order Delivery" ein. Die Kunden erhalten das Zeugs also, bevor sie es bestellt habe. Möglich wird dies dank ausgeklügelten Algorithmen in der Brack'schen Prognose-Software, die herausfindet, was der Kunde ächt bestellen könnte und ihm das Zeugs nach Hause schickt. Natürlich per Velokurier.
Die 8. (einfache) Prophezeiung: Und zum Schluss noch unsere jährliche, unfehlbare Prophezeiung: CA wird sich zum Channel bekennen, EMC wird sich zum Channel bekennen und Dell wird mindestens zweimal pro Monat mitteilen, man bekenne sich zum Channel und das Channel-Business wachse wie blöd. Der Channel wird sich nicht mal mehr aufregen. (Redaktion)

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