Exklusiv! Wie Lenovo den Schweizer PC-Markt aufmischen will

9. November 2007, 15:39
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Lenovo und der Consumer-Markt: "Es ist alles da."

Lenovo und der Consumer-Markt: "Es ist alles da."
Die Zeiten der Bescheidenheit sind beim chinesischen PC-Bauer Lenovo vorbei. Früher als erwartet verzichtet der Hersteller, der im Mai 2005 die PC-Abteilung von IBM übernahm, auf den Einsatz des IBM-Brands und verkündet (unseres Wissens weltweit erstmals offiziell auf inside-it.ch): "Wir wollen die Nummer 1 werden".
Auch bei Lenovo Schweiz rüstet man zum Grossangriff die HPs, Dells und Acers dieser Welt, wie inside-channels.ch im Gespräch mit Lenovo-Channel-Chef Pascal Bruni erfuhr.
2008 mit Consumer-Produkten im Retail
Lenovo ist als Erbschaft von IBM traditionell stark im Grosskundensegment und bei mittelgrossen Firmen und versucht seit letztem Jahr mit den Lenovo3000-Produkten auch Kleinfirmen anzusprechen. Man ist zwar in den Flächenmärkten präsent, doch bisher hatte Lenovo noch keine auf Heimanwender zugeschnittene Produkte. Das wird sich nächstes Jahr ändern. Bruni: "Wir sind in der Schweiz bereit für den Einstieg in den Consumer-Markt. Wir haben die Vertriebskanäle, die Leute und mit dem Formel-1-Sponsoring auch Branding-Aktivitäten.
Wann genau der Einstieg in den Schweizer Heimkunden-Markt aber erfolgen wird, konnte uns Bruni nicht sagen, denn Lenovo wird in Europa den Markt schrittweise angehen. Er weiss nur soviel: "Es muss 2008 sein."
Mehr Marge, mehr Marge!
Doch Lenovo wird nicht nur Heimanwender über Media Markt & Co. ansprechen, sondern Bruni ist auch aktiv auf der Suche nach kleinen Resellern, die ein Ladengeschäft betreiben. "Wir wollen im Kanal präsenter werden. In den letzten Quartalen sind wir nach Stückzahlen fast dreistellig gewachsen. Das verdanken wir dem Channel-Geschäft über die Distribution und ich bin überzeugt, dass noch mehr drin liegt," sagt Bruni.
Noch bringt Lenovo bei weitem nicht die Marketing-Power von HP oder Dell in den Schweizer Markt. Bruni hat gegenüber dem Channel ein anderes Argument: Die Marge. "Wir wollen allen unseren Resellern eine faire Marge garantieren. Wer sich klar auf Lenovo fokussiert und Wachstum generiert, kann auf Spezialkonditionen zählen," verspricht Bruni. Fast wie in früheren Zeiten: Reseller können an Lenovo bis zu 15 Prozent Marge verdienen und es gibt zusätzliche Volumenrabatte.
Zudem, so der Channel-Manager, tätigt Lenovo keinerlei direkte Deals im Aktionsgeschäft (die bei Lenovo "Topseller" genannt werden) und der Channel soll mit "aggressiven Werbekampagnen" unterstützt werden.
Nun denn: Weltweit scheint sich ein interessanter Kampf um Marktanteile zwischen den beiden US-Dominatoren HP und Dell und den zwei chinesischen Newcomern Acer und Lenovo abzuspielen. Denn es ist nicht anzunehmen, dass HP und auch Dell zusehen werden, wie ihre Marktanteile bedroht werden. Der Kampf wird auch ein Kampf um den Channel sein - vielleicht wird es ja plötzlich wieder interessant, PC-Händler zu sein? (Christoph Hugenschmidt)

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