EZV beschafft mobiles Grenz­kontroll­system für 8 Millionen Franken

18. November 2021, 15:51
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Die Zollverwaltung kauft beim Interlakner Anbieter Xplain Systeme für die mobile Grenzkontrolle. Die Firma reagierte als einzige auf die Ausschreibung.

Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) hat einen Anbieter für ihr mobiles Grenzkontrollsystem gefunden: Den Zuschlag in Höhe von 8,3 Millionen Franken erhielt die Interlakner Firma Xplain, die schon bisher Lieferant der EZV gewesen ist und somit auch bleibt. Xplain war das einzige Unternehmen, das eine Offerte eingab.
Ein Konkurrent von Xplain, der Kaltbrunner Anbieter Dycom, verzichtete auf die Offerteingabe. Geschäftsführer Stefan Christen begründet gegenüber inside-it.ch: "Die EZV hat nicht ein Produkt, sondern ein Projekt ausgeschrieben. Wir hätten uns über die gesamte Laufzeit von 8 Jahren binden müssen." Das sei als KMU leider nicht möglich gewesen. Ihr Produkt hätte wie die Faust aufs Auge zur Ausschreibung gepasst, so Christen.

Technische Unterstützung für Abgleich von Personen und Passfotos

Die EZV sucht ein Standardprodukt, um mobile Grenzkontrollen durchzuführen. Es muss in die bestehende IT-Landschaft integriert und an nationale und internationale Datenbanken angeschlossen werden können, beispielsweise beim Scannen von Autonummern mit dem Smartphone. Zum geforderten Paket gehört ausserdem eine App, um Fingerabdrücke zu lesen. Gemäss gut unterrichteten Quellen soll ausserdem Software zum Paket gehören, die beim Abgleich von Person und Passfoto unterstützt und damit dem Zollpersonal oder der Polizei hilft, die Identität zu überprüfen. Die Zollverwaltung wollte dies mit Verweis auf die noch laufenden Beschwerdefrist allerdings nicht kommentieren.
Xplain bietet mit "EneXs Mobile" eine entsprechende Lösung, die bereits bei der Fremdenpolizei in Bern im Einsatz ist und unter anderem dafür genutzt wird, um Personenkontrollen durchzuführen.

Stationäre Grenzkontrollsysteme kommen aus Deutschland

Vor 2 Monaten hat der deutsche Anbieter Secunet Security Systems eine Ausschreibung der Zollverwaltung für stationäre Grenzkontrollsysteme im Gesamtwert von 35 Millionen Franken gewonnen. Das Essener Unternehmen, das dem Mehrheitsaktionär "Giesecke+Devrient" gehört, ist vor rund einem Jahr auch beim Schweizer Softwareanbieter Netcetera eingestiegen. Zuvor hatte Xplain auch die stationären Grenzkontrollsysteme der EZV geliefert.

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