Fabasoft klagt gegen Kanton Aargau

28. Januar 2009, 10:32
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Der Aargauer Regierungsrat zieht den Auftrag zur Einführung eines Aktenarchivierungssystems an Fabasoft zurück. Fabasoft geht nun gerichtlich dagegen vor. Der Kanton Aargau tendiert jetzt Richtung Open Source.

Der Aargauer Regierungsrat zieht den Auftrag zur Einführung eines Aktenarchivierungssystems an Fabasoft zurück. Fabasoft geht nun gerichtlich dagegen vor. Der Kanton Aargau tendiert jetzt Richtung Open Source.
Der österreichische Anbieter von Verwaltungssoftware Fabasoft klagt gegen den Kanton Aargau. Wie die 'Aargauer Zeitung' heute berichtet, will Fabasoft den Rückzug eines "millionenschweren" Auftrags nicht akzeptieren. Der Aargauer Regierungsrat hatte den Auftrag zur Einführung eines Aktenarchivierungssystems an die Schweizer Niederlassung von Fabasoft "in extremis zurückgezogen", so die Zeitung.
In einer Stellungnahme von Fabasoft heisst es: "Wir beabsichtigen, gegen einen allfälligen Rückzug aus der Auftragsvergabe vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Aargau Beschwerde einzulegen. Insbesondere trifft nicht zu, dass wir Lieferverpflichtungen nicht oder nur unvollständig nachgekommen wären. Wir bitten um Verständnis, dass wir in diesem Stadium des Submissionsverfahrens keine Details bekannt geben können."
Open Source kommt zum Zug
Der Rückzug des Auftrags für das Records Management System (RMS) ist laut Bruno Biberstein, Generalsekretär des Bildungsdepartements und Vorsitzender des Projektausschusses, beschlossene Sache. Man habe deshalb mit einer Klage gerechnet, sagt er zu inside-it.ch. Man schaue dem Verfahren aber gelassen entgegen.
Wie Biberstein sagt, habe Fabasoft zuerst eine "vernünftige" Offerte eingereicht. Im Nachhinein seien aber versteckte Kosten aufgetaucht. "Wir hätten zusätzlich Konfigurationen von Fabasoft kaufen müssen", so Biberstein. Dies hätte den ursprünglich offerierten Preis "um ein Mehrfaches" überstiegen. Gemäss Biberstein war das Volumen bei der Offerte kleiner als eine Million Franken. Beim aargauischen Grossen Rat hatte man freilich einen Kredit von 11 Millionen Franken beantragt. Diese Mittel seien hauptsächlich für interne Aufwände und Schulungen notwendig. Wer statt Fabasoft nun das Rennen machen wird, ist laut Biberstein noch offen. "Wir tendieren nun Richtung Open Source", so Biberstein zu inside-it.ch. (Maurizio Minetti)

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