Facebook auf dem Weg zum Netzwerk der Toten

8. März 2016, 06:39
  • facebook
image

Facebook, das grösste soziale Netzwerk der Welt, könnte bald auch ein virtueller Weltfriedhof sein.

Facebook, das grösste soziale Netzwerk der Welt, könnte bald auch ein virtueller Weltfriedhof sein. Hachem Sadikki, ein Doktorand der Universität von Massachusetts, hat prognostoziert, dass, wenn sich aktuelle Trends fortsetzen, im Jahr 2098 die Zahl der Konten von Verstorbenen auf Facebook erstmals die Zahl der Konten der Lebenden übersteigen wird.
Bis 2098 vergehen allerdings noch mehr als 80 Jahre, und wie ein soziales Netzerk dannzumal aussehen wird - und ob irgendjemand den Begriff oder den Namen Facebook noch kennt - ist kaum vorauszusagen. Aber schon heute nimmt die Zahl der Accounts von Toten schnell zu. 2015 starben laut dem Online-Nachlassplanungsunternehmen Digital Beyond 970'000 Facebook-User. Und Jahr für Jahr werden es mehr werden.
Wer ein Facebook-Konto hat, sollte sich bewusst sein, dass das, was sie oder er hochlädt "für die Ewigkeit" bestimmt sein könnte, wenn keine Vorkehrungen dagegen getroffen werden. Natürlich kann man dazu seine Zugangsdaten einer vertrauten Person geben, die das Konto im Todesfall löschen könnte. Facebook selbst löscht Konten nicht automatisch, auch dann nicht, wenn das Unternehmen über den Tod eines Users informiert wird, sondern versetzt sie in einen "Gedenkzustand". Eine automatische Löschung durch Facebook ist auch möglich, das muss ein User aber selbst in den Einstellungen explizit so bestimen. Alternativ kann man einen Nachlasskontakt angeben, der das Konto (teilweise) verwalten kann. (hjm)

Loading

Mehr zum Thema

image

Schlappe und hohe Busse für Meta in Irland

Der Konzern darf personenbezogene User-Daten nicht mehr un­ge­fragt für persona­lisierte Werbung verwenden. Gleich­zeitig büssen die irischen Daten­schützer Meta mit 390 Millionen Euro.

publiziert am 5.1.2023
image

Skandal um Cambridge Analytica: Meta zahlt 725 Millionen Dollar

Der Facebook-Konzern bestreitet jegliches Fehlverhalten, bezahlt aber eine gigantische Summe, um den Gerichtsfall beizulegen.

publiziert am 23.12.2022
image

Meta kassiert weitere Millionenbusse

Irland verhängt eine Strafe von 265 Millionen Euro gegen Meta. Grund sind erneut Datenschutzverstösse des Konzerns.

publiziert am 28.11.2022
image

Wegen Daten-Spionage: Sammelklage gegen Meta

In einer Klageschrift gegen Meta heisst es, Apps von Instagram und Facebook würden Daten mittels eines JavaScript-Codes auf Websites einspeisen.

publiziert am 23.9.2022