Facebook: Die Geister, die ich rief...

18. Februar 2009, 15:35
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BloggingToms Abenteuer im Cyberspace LXIV

BloggingToms Abenteuer im Cyberspace LXIV
Die Macher von Facebook verstehen es wirklich ausserordentlich gut, ins Fettnäpfchen zu treten und die Massen gegen sich aufzubringen. Zum Beispiel nachdem das Netzwerk die Konterfeis seiner User ungefragt für Werbung.
Der neuste Coup in Sachen Userverärgerung landete Facebook nun mit der vor knapp zwei Wochen durchgeführten Änderung der Geschäftsbedingungen. Unter anderem wurden dort die Bestimmungen über den Umgang mit den Nutzungsrechten der von den Usern hochgeladenen Fotos, Videos und Texten geändert. Ginge es nach diesen Bestimmungen, so würde das Nutzungsrecht an den Daten auch dann bei Facebook verbleiben, wenn ein Nutzer sein Profil löschen würde.
Heute morgen dann musste Marc Zuckerberg, Gründer von Facebook, wohl nicht zuletzt aufgrund des starken Protests, zurückrudern und verkündete in einem Blogbeitrag, dass man die alten Geschäftsbedingungen "vorläufig" wieder in Kraft setzen würde. Gleichzeitig versucht er zu beruhigen: "Das Vertrauen in Facebook als sicheren Ort für den Austausch von Daten ist sehr wichtig. Unser Ziel ist es, gute Produkte zu entwickeln und klar zu kommunizieren, um den Nutzern zu helfen, diese Daten vertrauenswürdig auszutauschen."
Der Versuch, das Vertrauen in Facebook aufrecht zu erhalten, wird allerdings immer schwieriger. Schliesslich ist es nicht das erste Mal, dass die Social-Network-Plattform versucht, sich die Verwertungsrechte der Userdaten zu sichern. Und (leider) sicher auch nicht der letzte.
Streit gibts auch im Schweizer Internet - und zwar zwischen zwei Ausflugsportalen. Hintergrund ist die Markeneintragung des Wortes "Ausflugsziele", einem Begriff, den Google weitweit immerhin rund 2,3 Millionen Mal findet. Der Markeninhaber mit der gleichnamigen .ch-Domain möchte seinem Konkurrenten nun verbieten, mit der Domain 'ausflugsziele.travel' den Schweizer Markt zu bearbeiten. Der Konkurrent aber will nicht klein beigeben und will nun in einem Verfahren die Löschung der Marke beantragen. Und die Chancen dafür dürften nicht schlecht stehen.
Zum Schluss einmal mehr der Schnelldurchlauf: Die Entwickler von Applikationen von iPhones scheinen den Sinn fürs Wesentliche verloren zu haben. Anders ist es wohl nicht zu erklären, wieso es über 60 iPhone-Programme zum Furzen gibt)

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