Facebook hat grosse Pläne für den Online-Handel

20. Mai 2020, 11:26
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Mit dem neuen Angebot "Facebook Shops" für kleine Unternehmen könnte Facebook zur Konkurrenz für Amazon und Ebay werden.

Facebook will zur Plattform für den Online-Handel werden. Beim neuen Angebot "Facebook Shops" sollen Nutzer in dort eröffneten Shops einkaufen können, ohne Apps wie Facebook oder Instagram verlassen zu müssen. Dazu soll mit "Live Shopping" die Möglichkeit kommen, Waren in einem Video-Livestream zu verkaufen. Das virtuelle Aus- und Anprobieren soll durch Augmented Reality möglich werden.
Das Projekt solle vor allem kleineren Unternehmen helfen, in der Corona-Krise zu überleben, sagte Facebooks Gründer und Chef Mark Zuckerberg der Agentur 'DPA. "Es ist etwas, woran ich schon länger interessiert war, aber als Covid-19 kam, wurde es wirklich kritisch und dringend."

Facebook erhofft sich Zugang zu weiteren Nutzer-Daten

Viele kleinere Unternehmen – deren Werbeanzeigen wichtig für das Geschäft von Facebook sind – stünden vor dem Aus und suchten den Ausweg im Online-Geschäft. Deswegen sei die Entwicklung von Facebook Shops "drastisch beschleunigt" worden.
Für Facebook selbst wird die Shopping-Plattform Daten über das Verhalten der Kunden bringen – ähnlich wie bei anderen Angeboten des Online-Netzwerks, wie Zuckerberg betonte. "Wir werden sehen, mit welchen Shops sie interagieren, an welchen Produkten sie interessiert sind, was sie kaufen und so weiter."
Weiter arbeitet Facebook am Einsatz eines "product recognition model" namens Groknet, wie 'Venture Beat' berichtet. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz sollen Produkte auf der Seite identifiziert und zum käuflichen Erwerb vorgeschlagen werden. Ziel von Groknet sei, dass jedes Produkt, das auf einem Foto oder in einem Video zu sehen ist, von den Nutzern gekauft werden kann, sofern es in einem der Shops erhältlich ist.

Einrichtung der Shops soll kostenlos sein

Die Einrichtung der Facebook-Shops werde für Händler kostenlos sein, sagte Zuckerberg. Gebühren würden lediglich etwa für Bezahlfunktionen fällig – "aber dabei geht es grösstenteils darum, unsere Kosten zu decken". Facebook gehe davon aus, dass Werbeanzeigen der Händler die Einnahmen des Online-Netzwerks erhöhen werden.
Facebook mit seinen 2,6 Milliarden Nutzern und einem gut eingespielten Online-Werbesystem könnte zu einem mächtigen Konkurrenten selbst für grosse Handelsplattformen wie Amazon und Ebay werden. Aber auch zu einer Alternative zu eigenen Websites, die kleine Firmen bis jetzt noch für einen Online-Verkauf selbst betreiben.
Die Shopping-Initiative dürfte zugleich die Aufmerksamkeit von Regulierern auf sich ziehen – wie alles, was ein Unternehmen von Facebooks Grösse mache, sagte Zuckerberg. "Aber ich denke nicht, dass unsere Reaktion darauf sein kann, nichts Neues zu machen." Die Funktion der Facebook-Shops soll ab sofort sukzessive weltweit freigeschaltet werden.

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