Facebook in der Kreide

27. Juli 2012, 10:16
  • international
  • facebook
image

Die erste Quartalsbilanz als börsenkotiertes Unternehmen endet für Facebook alles andere als erfreulich. Der Wert des Unternehmens hat sich halbiert.

Die erste Quartalsbilanz als börsenkotiertes Unternehmen endet für Facebook alles andere als erfreulich. Der Wert des Unternehmens hat sich halbiert.
Das positive zuerst: Facebook-Chef Mark Zuckerberg ist bei der Telefonkonferenz mit Wall-Street-Vertretern aufgekreuzt und konnte eine Umsatzsteigerung von 32 Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar vermelden - etwas mehr als die Analysten erwartet hatten.
Nun aber zum unerfreulichen: Das Unternehmen vermeldet einen Verlust von 157 Millionen Dollar. Die ohnehin gebeutelte Aktie brach nachbörslich um fast 11 Prozent auf rund auf 24 Dollar ein und erreichte damit ein neues Allzeittief - beim Börsengang im Mai war das Papier noch 38 Dollar wert. Die Rekordbewertung von 104 Milliarden Dollar beim Börsengang ist mittlerweile auf 57,4 Milliarden Dollar eingebrochen. Und nicht alle Analysten sind überzeugt, dass Facebook selbst die fast halbierte Marktkapitalisierung verdient.
Facebooks Ängste
Die soziale Plattform steht und fällt mit den Nutzerzahlen. Facebook ist seit seinen Anfängen vor acht Jahren rasend schnell gewachsen und zählt nun weltweit 995 Millionen Nutzer, ein Anstieg von 29 Prozent im letzten Quartal. Im Vorfeld wurde aber viel darüber geschrieben, dass die Nutzerzahlen, vor allem bei den Jungen, stagnieren wenn nicht sogar abnehmen. Damit könnte dem Netzwerk das gleiche widerfahren wie beispielsweise StudiVZ oder MySpace.
Damit aber auch die Kasse stimmt, braucht Facebook Werbung auf der Site. 85 Prozent der Einnahmen im vergangenen Jahr stammen aus Anzeigen. Deshalb zittert Facebook nun, dass Werbekunden abspringen könnten oder nicht mehr den gleichen Preis bezahlen wollen. Ausserdem greifen immer mehr per Smartphone auf die Plattform zu, wo sie (noch?) frei von Werbung ist.
Muss Zuckerberg gestürzt werden?
Natürlich wird nach diesem Börsen- und nun auch Quartalsbilanz-Desaster nach Schuldigen gesucht. Ist es der Gründer Mark Zuckerberg? Laut dem Blog-Eintrag von John C. Abell braucht Facebook einen neuen CEO, da sich Zuckerberg nicht genug um die Investoren kümmert. Er soll sich besser auf das fokussieren, was er kann, und zwar die Strategie des Unternehmens als stiller Kritiker lenken. Das Business steuern soll jedoch jemand anders. (lvb)

Loading

Mehr zum Thema

image

USA gegen Russland: Wahl um ITU-Präsidium ist entschieden

Die International Telecommunications Union (ITU) der UNO wird neu von einer Amerikanerin geleitet. Doreen Bogdan-Martin setzte sich gegen einen Russen durch.

publiziert am 29.9.2022
image

Ransomware-Banden kaufen Erstzugänge extern ein

Für nur gerade 10 Dollar können sich Cyberkriminelle auf Darkweb-Flohmärkten Zugänge zu Systemen kaufen. Damit können sie dann Schlimmes anrichten.

publiziert am 29.9.2022
image

Schweiz: Wettbewerbsfähigkeit top, E-Government flop

In der aktuellen IMD-Studie steigt die Schweiz in Sachen digitale Wettbewerbsfähigkeit in die Top 5 auf. Dahingegen schwächelt sie im Bereich E-Government.

publiziert am 29.9.2022
image

Googles Suchfunktion erhält neue Features

Die visuelle Suche wurde verbessert und es gibt neu einen Suchoperator, mit dem sich Ergebnisse aus der unmittelbaren Umgebung anzeigen lassen.

publiziert am 29.9.2022