Facebook-Klage: "Privatsphäre nicht gewährleistet"

18. August 2009, 09:52
  • datenschutz
  • privatsphäre
  • facebook
image

Das soziale Online-Netzwerk Facebook ist in den USA von fünf seiner Mitglieder wegen angeblicher Verstösse gegen die eigenen Datenschutzrichtlinien verklagt worden.

Das soziale Online-Netzwerk Facebook ist in den USA von fünf seiner Mitglieder wegen angeblicher Verstösse gegen die eigenen Datenschutzrichtlinien verklagt worden. Die entsprechende Klageschrift, die laut Bericht des 'Wall Street Journal' gestern, Montag, am Superior Court des Orange-County-Bezirks im US-Bundesstaat Kalifornien eingegangen ist, wirft dem Plattformbetreiber vor, sich nicht ausreichend um den Schutz der Privatsphäre der eigenen Community-Mitglieder zu kümmern. So sollen etwa Daten an Dritte für kommerzielle Zwecke weitergegeben worden sein, eine Praktik, die gegen das geltende Gesetz Kaliforniens verstosse. "Kläger und Öffentlichkeit wünschen und erwarten sich ein gewisses Mass an Privatsphäre, das Facebook unter seinen gegenwärtigen Richtlinien, Prozeduren, Praktiken und Technologien nicht gewährleisten kann", heisst es in der betreffenden Klageschrift.
Als Kläger sollen dem US-Wirtschaftsblatt zufolge ein Fotograf, eine Schauspielerin und drei Mittelschul- und College-Studenten auftreten. Mit ihrer gemeinsam eingebrachten Klage fordern sie die Einleitung eines Geschworenenprozesses, von dem sie sich die generelle Aufbesserung der Facebook-Datenschutzbestimmungen und Entschädigungszahlungen in nicht näher bezifferter Höhe erhoffen. Zentraler Knackpunkt im aktuellen Rechtsstreit ist dabei die Frage, wie die Site-Betreiber mit den gesammelten User-Daten umgehen und ob sie diese auch an Drittparteien wie Werbetreibende oder kooperierende Softwareentwickler weitergeben.
In einem ersten Statement hat Facebook-Sprecher Barry Schnitt auf die in der Klageschrift genannten Vorwürfe eher gelassen reagiert. "Nach Ansicht unseres Unternehmens ist diese Klage völlig unbegründet und wir werden sie daher vehement bekämpfen", zitiert das Wall Street Journal. Die Internet-Plattform sei stets darum bemüht, offenzulegen, welche Daten das Portal mit wem teilt. "Es gibt aber auch einige Graubereiche", räumt Schnitt ein.
Facebook war schon in der Vergangenheit des Öfteren für seinen Umgang mit User-Daten in die Kritik geraten. Erst Anfang dieses Jahres mussten die Seitenbetreiber etwa Pläne zu einer Änderung der allgemeinen Geschäftsbedingungen)

Loading

Mehr zum Thema

image

Whatsapp-Leck: Millionen Schweizer Handynummern landen im Netz

Durch einen Hack haben Unbekannte fast 500 Millionen Whatsapp-Telefonnummern ergaunert und verkaufen diese nun im Web. Auch Schweizer Userinnen und User sind davon betroffen.

publiziert am 25.11.2022 1
image

Überwachung: Bundesrat lehnt Motion gegen Chat­kontrolle ab

Eine Motion verlangt, Bewohnerinnen und Bewohner der Schweiz vor Massenüberwachung zu schützen. Die Sorge findet beim Bundesrat aber wenig Gehör.

publiziert am 24.11.2022 4
image

Studie: Jugendliche werden nachlässiger beim Datenschutz

Die Sorge, dass persönliche Informationen im Netz landen, hat bei Jugendlichen abgenommen. Aber erstens haben junge Menschen grössere Probleme im Netz und zweitens sind Erwachsene nicht besser.

publiziert am 24.11.2022 1
image

Frankreich verbietet kostenlose M365- und Google-Services an Schulen

Der Bildungsminister des Landes hat den Einsatz der Tools unter­sagt, weil die Ver­wen­dung seiner Ansicht nach gegen europäische Daten­schutz­richtlinien verstösst.

publiziert am 23.11.2022