Facebook stoppt Oculus-Verkauf in Deutschland

4. September 2020, 09:56
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Wegen der geplanten Verknüpfung der Oculus-Konten mit Facebook haben sich Datenschützer eingeschaltet. Wir haben beim EDÖB nachgefragt.

Facebook stellt den Verkauf der VR-Brillen Oculus in Deutschland bis auf Weiteres ein. Laut einem Bericht der Tageszeitung 'Welt' habe der Verkaufsstopp mit Kritik von Datenschutzbeauftragten zu tun.
Facebook kündigte vor wenigen Wochen an, dass die Oculus-VR-Brillen künftig nur noch mit einem Facebook-Konto verwendet werden können. Bislang ist dies mit einem unabhängigen Oculus-Konto möglich. Für Neukunden gilt die Änderung bereits ab Oktober 2020, bestehende Oculus-Konten werden ab 2023 nicht mehr unterstützt.
Diese Kopplung der Oculus- und Facebook-Accounts sei "äusserst problematisch", sagt der Hamburger Datenschutzbeauftrage Johannes Caspar der 'Welt'. Er wolle die Angelegenheit zur weiteren Prüfung nach Irland leiten. Von dort aus werden die europäischen Geschäfte der Facebook-Tochter geführt.
Die Datenbearbeitungen von Unternehmen müssten für die betroffenen Personen jederzeit transparent und nachvollziehbar sein, schreibt uns eine Sprecherin des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) auf Anfrage. Auch die Verknüpfung von Daten respektive die Weitergabe – auch innerhalb eines Konzerns – sei in der Regel erlaubt, sofern die betroffenen Personen vorab informiert werden und ihre Zustimmung erteilen. "Wie es sich bei diesem konkreten Fall verhält, wird die Untersuchung der zuständigen behördlichen Institutionen zeigen", fügt sie an.
Da sich der für Europa zuständige Sitz von Facebook bezüglich der Bearbeitung von Nutzerdaten in Irland befinde, stehe der EDÖB mit den europäischen Datenschutzbehörden in Kontakt. Man setzte sich dafür ein, dass Schweizer Bürgerinnen und Bürger bezüglich des Datenschutzes nicht schlechter behandelt werden als Personen in der EU, so die EDÖB-Sprecherin.
Laut dem Online-Magazin 't3n.de' werden in Deutschland seit Dienstag, 1. September, keine Geräte mehr über die Oculus-Webseite verkauft. Bei Dritthändlern seien die VR-Geräte aber noch verfügbar. Gemäss der Tageszeitung 'Standard' ist auch Österreich vom vorübergehenden Verkaufsstopp betroffen. 

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