Facebook überwacht User - auch ausserhalb der Site

21. November 2007, 10:33
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Die von Facebook vor rund zwei Wochen angekündigten neuen Werbemöglichkeiten auf dem sozialen Netzwerk dürften ein weiteres Mal für Diskussionen um die Problematik der Datensammlerei im Internet führen.

Die von Facebook vor rund zwei Wochen angekündigten neuen Werbemöglichkeiten auf dem sozialen Netzwerk dürften ein weiteres Mal für Diskussionen um die Problematik der Datensammlerei im Internet führen. MoveOn, eine Gruppe von kritischen Medienbeobachtern aus den USA, hat auf ein Feature der "Facebook Ads" aufmerksam gemacht, das ihrer Meinung nach die Privatspähre der User stark gefährdet.
Bei diesem Feature des "Beacon" genannten Konzepts, mit dem Facebook den Werbetreibenden möglichst genau auf ihre Zielgruppe gerichtete Werbung ermöglichen will, werden Daten über das Verhalten von Facebook-Abonnenten auch ausserhalb der Site im Internet gesammelt. Konkret kann bei Facebook registriert werden, wenn ein User auf den Sites eines der Teilnehmer am Beacon-Programm etwas kauft oder verkauft. Diese Information kann dann im Profil des Users angezeigt werden. Die Facebook-"Freunde" eines Users können solche Infos aber auch andernorts zu Gesicht kriegen: Wird irgendwo eine Werbung eingeblendet, kann zum Beispiel daneben die Info eingeblendet werden, dass ihr Freund xxx gerade dieses Produkt gekauft hat oder es auf eBay verkaufen will.
Facebook betont, dass die Teilnahme der User freiwillig sei, da jeder die Sammlung dieser Daten verhindern könne. Allerdings geschieht das nicht per "Opt-in", also indem sich die User dafür anmelden, sondern per "Opt-out" - man muss die Datensammlung aktiv ablehnen. Und das Hauptproblem gemäss MovOn ist, dass man dies nicht einmal generell tun könne. User müssen bei jeder einzelnen Aktion, die von einer teilnehmenden Site an Facebook gemeldet werden soll, in einem Pop-Up-Fenster den Button "No thanks" anklickeen. Dieses Fenster, so kritisiert MoveOn, sei ausserdem ziemlich klein, und erscheine nur für kurze Zeit im unteren Teil einer Website, wo ein User nicht unbedingt hinschaue.
Bedenken dagegen, dass solche Kaufinformationen an Drittpersonen übermittelt werden, gibt es Viele. Eine der harmloseren ist es noch, dass die geplante Weihnachtsüberraschung für die Freunde platzt. Gerade bei Einkäufen auf eBay oder erstandenen Filmen können die verbreiteten Informationen aber auch deutlich privater werden. (hjm)

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