Fachapplikationen behindern Linux-Migration der Stadt München

28. Dezember 2005, 10:16
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Die Migration von 14'000 Arbeitsplätzen der Stadtverwaltung München von Windows auf Linux nimmt konkrete Formen an.

Die Migration von 14'000 Arbeitsplätzen der Stadtverwaltung München von Windows auf Linux nimmt konkrete Formen an. Dies teilte die Münchner Stadtverwaltung gestern mit. Noch vor dem Sommer soll der Basis-Client der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Der "LiMux Basis-Client", so der Name des zukünftigen Open-Source-Betriebssystems, wurde in einer ersten Version im Oktober auf der IT-Messe "Systems" präsentiert. Nun wurden gemäss den zuständigen Personen weitere Forschritte erzielt.
Gestestet wurde auch die erste Stufe eines neuen Briefkopf- und Vorlagensystems, das auf OpenOffice2 basiert. Die Verantwortlichen betonen, dass die Software sowohl unter Windows als auch unter Linux läuft. Das Briefkopf- und Vorlagensystem ("WollMux") umfasst stadtweit einheitliche Vorlagen. 2006 soll der Basis-Client und "WollMux" weiterentwickelt werden.
Probleme hat die Münchner Stadtverwaltung mit der Umstellung der "vielfältigen Fachsoftware", die innerhalb der Stadtverwaltung eingesetzt wird. Es seien nur wenige Lösungen von Softwareherstellern vorhanden, die plattformunabhängig unter den in München heute und künftig verwendeten Betriebs- und Officesystemen einsetzbar sind. So hat man sich nun auf die Zwischenlösung Terminalserver und Emulation einzelner Anwendungen geeinigt.
Der Stadtrat von München befasste 2003 den Beschluss, die 14'000 städtischen Computer auf Linux umzustellen. Im Sommer 2004 startete das Projekt offiziell. Ein Jahr danach hiess es, die Migration komme nicht voran. Der ursprüngliche Zeitplan wurde um vier bis fünf Monate verlängert. Sprach man anfänglich noch von einem Beginn der Migration ab Mitte 2005 und einem Abschluss der Hauptarbeiten bis Ende 2006, sieht es momentan eher so aus, als könnte die Migration vor allem wegen den abteilungsspezifischen Applikationen erst zirka zwei Jahre später komplett abgeschlossen werden. (mim)

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