False positive: Google schaltet Cloud eines Business-Kunden einfach ab

5. Juli 2018, 15:48
  • cloud
  • google cloud
image

Ein wütender Business-Kunde von Google Cloud beschwert sich in einem Blogbeitrag, dass ihm ohne Vorwarnung der Stecker gezogen worden sei.

Ein wütender Business-Kunde von Google Cloud beschwert sich in einem Blogbeitrag, dass ihm ohne Vorwarnung der Stecker gezogen worden sei. Offenbar hatte eine Google-KI eine potentiell verdächtige Aktivität festgestellt und – dies sagt Google – nach menschlicher Überprüfung wurden die Dienste für den Kunden eingestellt.
Der ungenannte Google-Kunde schreibt, dass sein Unternehmen die Google Cloud Platform (GCP) verwende, um Hunderte von Windturbinen und eine Vielzahl von Solaranlagen in acht Ländern zu überwachen, wobei die erhaltenen Daten verwendet würden, um notwendige Anpassungen der Energieproduktion vorzunehmen. Die Justierungen würden sich direkt in den Umsatzzahlen niederschlagen.
Nachdem sein gesamtes System abgeschaltet worden sei, habe er eine "Flut von E-Mails" erhalten, in denen Google darauf hinweise, dass es verdächtige Aktivitäten gegeben habe und man alle Systeme ausgeschaltet habe. Zudem habe Google gedroht: "Wir werden Ihr Projekt löschen, es sei denn, der Kreditkarteninhaber korrigiert den Verstoss, indem er das Formular zur Kontoüberprüfung innerhalb von drei Werktagen ausfüllt."
Dazu musste ein Bild der Kreditkarte und ein von der Regierung ausgestellter Identitätsnachweis des Karteninhabers hochgeladen werden. Die Karte war aber im Besitz des CFOs und dieser schlief laut Blogbeitrag zum Zeitpunkt des Vorfalls.
Zugleich sei der Kundendienst-Chat von Google Cloud ausgeschaltet gewesen und es habe keine Nummer gegeben, um anzurufen, so der Blogautor. Auch wenn das Problem laut Google nach einer internen Prüfung innerhalb von weniger als einer Stunde gelöst wurde, wirft es ein schlechtes Licht auf den Kundendienst von Google Cloud.
Der Konzern hat nun versprochen eine "detaillierte Überprüfung" seiner Prozesse zur Verhinderung von Missbrauch und zur Sperrung von Konten durchzuführen. Brian Bender, Google Cloud Platform Engineering Support, schreibt in einem Blogpost, dass man sich "aufrichtig entschuldige" und daran arbeite, die Dinge so schnell wie möglich zu verbessern. (ts)

Loading

Mehr zum Thema

image

Fujitsu spaltet seine Business Group auf

Der japanische IT-Dienstleister teilt seine Global Solutions Business Group in zwei separate Einheiten auf. Damit will Fujitsu schneller auf Bedürfnisse reagieren können.

publiziert am 6.2.2023
image

SASE: weit verbreitet, aber oft unterschätzt

SASE (Secure Access Service Edge) hat sich während der Pandemie in vielen Firmen bewährt. Sie konnten damit schnell die durch Homeoffice veränderte Netzwerknutzung abfangen. Viele Unternehmen übersehen aber, dass sie damit nur einen Bruchteil der Möglichkeiten nutzen, die SASE bietet.

image

Das Wachstum der Hyperscaler verlangsamt sich

Bei AWS, Azure und Google Cloud ist es jahrelang nur steil bergauf gegangen. Jetzt aber macht sich der Spardruck der Kunden bemerkbar.

publiziert am 3.2.2023
image

10?! Sabrina Storck, COO SAP Schweiz

Die Chief Operating Officer von SAP Schweiz erklärt, wie sich ihre Rolle als "Innenministerin" des Unternehmens wandelt und was es mit der Halbwertszeit von Ferienfotos auf sich hat.

publiziert am 2.2.2023