Fast 6 Milliarden Verlust bei Blackberry

28. März 2014, 13:50
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Der angeschlagene Smartphone-Pionier Blackberry steckt weiter tief in der Verlustzone.

Der angeschlagene Smartphone-Pionier Blackberry steckt weiter tief in der Verlustzone. Im Anfang März abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal betrug der Verlust 423 Millionen US-Dollar, wie das kanadische Unternehmen am Freitag mitteilte. Der Jahresverlust erreicht damit 5,9 Milliarden Dollar.
Die Einbussen beim Umsatz zeigen, wie dramatisch das Blackberry-Geschäft binnen eines Jahres geschrumpft ist. Im Schlussquartal brachen die Erlöse im Jahresvergleich um gut 63 Prozent auf 976 Millionen Dollar ein. Von Quartal zu Quartal gab es einen Rückgang von 18 Prozent, mit einem ähnlichen Wert rechnet Blackberry auch für das laufende Vierteljahr. Die Krise von Blackberry hatte sich verschärft, nachdem vor einem Jahr der grosse Hoffnungsträger, das Touchscreen-Smartphone Z10, floppte.
Hoffnung: Klassische Tastatur
Der neue Konzernchef John Chen will das kanadische Unternehmen mit einem Fokus auf Firmenkunden und neue Telefone mit der klassischen Tastatur wieder aufrichten. Unter anderem soll Blackberry-Software für die Verwaltung von Smartphones verschiedener Hersteller in Unternehmen dienen.
Blackberry verkaufte im vergangenen Quartal insgesamt 3,4 Millionen Smartphones. Allerdings liefen zwei Drittel davon noch mit dem alten Betriebssystem Blackberry 7 statt mit der aktuellen Software. Chen kündigte in einer Telefonkonferenz an, Telefone mit Blackberry 7 sollen weiter hergestellt werden.
Chen hofft, Anfang 2015 wieder einen Gewinn präsentieren zu können. Dafür werde er auch Umsatzeinbussen in Kauf nehmen, betonte er im Februar. "Für mich sind schwarze Zahlen wichtiger als Umsatzwachstum. Jedes Gerät, das wir verkaufen, muss Geld verdienen."
Kosten senken mit Foxconn
Eine Produktions-Partnerschaft mit dem Auftragsfertiger Foxconn soll dafür neue Geräte günstiger machen und Blackberry von den Absatzrisiken befreien. Erstes Produkt der Kooperation ist ein günstiges Telefon in Indonesien. Die Ziele bei Kostensenkungen seien ein Quartal früher als geplant erreicht worden, erklärte Chen. Vor wenigen Tagen fand Blackberry einen Käufer für den Grossteil seiner kanadischen Immobilien. Die Geldreserven von Blackberry lagen zum Quartalsende am 1. März bei 2,7 Milliarden Dollar nach 3,2 Milliarden drei Monate zuvor.
Blackberry machte keine Angaben zu aktuellen Nutzerzahlen. Chen hatte im Februar von rund 60 Millionen gesprochen. Zu besten Zeiten hatte Blackberry rund 80 Millionen Kunden. Der auch für andere Smartphone-Plattformen verfügbare Messaging-Dienst BBM kommt inzwischen auf 85 Millionen Nutzer pro Monat. (sda/mim)

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