Fastweb-Affäre drückt Swisscom-Gewinn

5. Mai 2010, 10:31
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Zögerliches Umsatzwachstum, Trend zu neuen Services, Preiszerfall bei Mobiltelefonie.

Zögerliches Umsatzwachstum, Trend zu neuen Services, Preiszerfall bei Mobiltelefonie.
Swisscom hat im ersten Quartal dieses Jahres eine leichte konjunkturelle Erholung verspürt, wie das grösste Schweizer Telekommunikationsunetrnehmen in einem Zwschenbericht mitteilt, die zu einer ebenso leichten Umsatzsteigerung führte. Netto stieg der Umsatz verglichen mit dem ersten Quartal des Vorjahrs um 1,3 Prozent (währunsgbereinigt um 2 Prozent) auf 2,95 Milliarden Franken. Im Zusammenhang mit dem Fastweb-Skandal in Italien musste der Ex-Monopolisten allerdings über 100 Millionen Franken zurückstellen, weshalb der Reingewinn um 22 Prozent auf 377 Millionen Franken schrumpfte. Die Zahl der Mitarbeitenden sank um 3,4 Prozent auf 19’427 Vollzeitstellen.
Geschäftlich lief es der Swisscom-Tochter Fastweb trotz der Affäre im ersten Quartal recht gut. Der italienische Breitbandprovider konnte knapp 9 Prozent neue Kunden anlocken, und der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,1 Prozent auf 462 Millionen Euro.
In der Schweiz, so meldet der Mutterkonzern, konnte Swiscom vor allem mit neuen Services, neuen Preismodellen und Bündelangeboten Erfolge verbuchen. Die Zahl der TV-Kunden hat sich beispielsweise in den letzten 12 Monaten knapp verdoppelt und lag per Ende März bei 275'000. Rund 80'000 Kunden haben sich mittlerweile für ein Bündelangebot, das den Festnetzanschluss mit Telefonie, Internet und TV kombiniert, entschieden.
Das reine Breitbandinternet ist dagegen kein Wachstumsgeschäft mehr. Die Zahl der DSL-Breitbandanschlüsse stieg in der Schweiz in den letzten 12 Monaten noch um 0,7 Prozent auf nunmehr 1,8 Millionen. Zudem kletterte die Zahl der entbündelten Festnetzanschlüsse, die Swisscom weniger Umsatz bringen, deutlich, von 57'000 auf 192'000.
Knapp fünf Prozent neue Handykunden
Im hart umkämpften Mobilfunkmarkt konnte Swisscom im Vergleich zum Vorjahr weitere 239'00 Kunden hinzugewinnen. Die Zahl der Mobilfunk-Kunden stieg damit um 4,4% auf 5,7 Millionen. Swisscom verkaufte im ersten Quartal rund 300'000 Mobilfunkgeräte, davon etwa die Hälfte Smartphones, und davon wiederum der Löwenanteil – nicht weniger als 85'000 – iPhones.
Der Umsatz mit Mobilfunk-Datenverkehr stieg um 30 Prozent auf 91 Mllionen Franken. Der durchschnittliche Gesamtumsatz pro Mobilfunk-Kunde und Monat sank allerdings trotzdem aufgrund von Preisreduktionen und neuen Tarifmodellen um 4,1 Prozent auf 47 Franken. (hjm)

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