Fastweb-Gründer freigesprochen

18. Oktober 2013, 09:52
  • telco
  • swisscom
image

Swisscom atmet auf: Fastweb-Manager wurden freigesprochen, allerdings erst in erster Instanz.

Swisscom atmet auf: Fastweb-Manager wurden freigesprochen, allerdings erst in erster Instanz.
Es sei für ihn das Ende eines Albtraums, sagte gestern Silvio Scaglia, Gründer des Telekomproviders Fastweb, der seit 2007 zu Swisscom gehört. Scaglia und weitere Manager sind gestern in erster Instanz freigesprochen worden vom Vorwurf der internationalen Geldwäscherei. Scaglia musste neun Monate Hausarrest über sich ergehen lassen und sass weitere drei Monate im Gefängnis.
Der Fall kam Anfang 2010 ins Rollen. Die Manager wurden beschuldigt, Mitglied einer transnationalen, kriminellen Vereinigung gewesen zu sein. Diese Vereinigung soll mit fiktiven Geschäften rund zwei Milliarden Euro eingenommen und Mehrwertsteuer-Betrug begangen haben. Dieses nun vorläufig abgeschlossene Verfahren war das wichtigste, aber es laufen noch weitere, insbesondere gegen den ehemaligen Fastweb-CEO Stefano Parisi.
Swisscom bezeichnete die italienische Tochter Fastweb von Anfang an als Opfer und nicht als Täter. "Dieses Urteil bestätigt uns in dieser Ansicht", so Swisscom-Sprecher Carsten Roetz. Entsprechend ist man bei Swisscom nun erleichtert, dass Scaglia und vor allem der amtierende Fastweb-COO Roberto Contin freigesprochen wurden. Roetz: "Es ist ein erfreulicher Zwischenschritt." Zwischenschritt deshalb, weil noch zwei Instanzen bis zu einem rechtskräftigen Freispruch fehlen.
Die Staatsanwaltschaft hatte für Scaglia und Contin sieben respektive sechs Jahre Haft verlangt. Freigesprochen wurden auch der ehemalige Fastweb-Finanzchef Mario Rossetti sowie weitere Telecom-Italia-Manager. Es gab auch Verurteilungen, etwa für den Geschäftsmann Gennaro Mokbel, der zu 15 Jahren Haft verurteilt wurde. Verurteilt wurden auch zwei ehemalige Fastweb-Mitarbeiter, und zwar zu fünf und sechs Jahren Haft. Die beiden wurden bereits im März 2010 entlassen. (mim)

Loading

Mehr zum Thema

image

Meinung: Big-Tech-Beteiligung an Netzausbaukosten ist absurd

Das wäre, wie wenn sich Mercedes und VW sich am Strassenausbau oder Samsung und Miele am Stromnetzunterhalt beteiligen würden, kommentiert Chefredaktor Reto Vogt.

publiziert am 27.9.2022 3
image

Swisscom und EU-Telcos fordern Big-Tech-Beteiligung an Netzkosten

16 CEOs von europäischen Telekomunternehmen wollen, dass sich Google, Meta, Netflix & Co. am Netzausbau beteiligen. Die Forderung ist nicht neu, doch der Ton gewinnt an Schärfe.

publiziert am 26.9.2022
image

268 Millionen IPv4-Adressen sind verschwunden

Ein Forscher bezichtigt Adobe, Amazon und Verizon der unrechtmässigen Verwendung von reservierten IPv4-Adressen. Dadurch werden diese praktisch unbrauchbar.

publiziert am 20.9.2022
image

Huawei Schweiz ehrt seine "Partner des Jahres 2022"

Der chinesische Technologiekonzern betont bei der Award-Vergabe 2022 "bedeutende Projekte" der öffentlichen Hand.

publiziert am 20.9.2022