FDP-Dobler will Auto­matisierung beim Bund vorantreiben

24. September 2018, 13:23
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Der Bundesrat soll prüfen, wie die Effizienz in der Bundesverwaltung mithilfe von Prozess-Automatisierung und Künstlicher Intelligenz (KI) optimiert werden kann.

Der Bundesrat soll prüfen, wie die Effizienz in der Bundesverwaltung mithilfe von Prozess-Automatisierung und Künstlicher Intelligenz (KI) optimiert werden kann. Dies fordert die FDP-Fraktion in einem Postulat. In der aktuellen Strategie "Digitale Schweiz" schreibe der Bundesrat vor, dass die Verwaltungsprozesse vereinfacht und standardisiert werden sollen, um die Effizienz zu steigern. Dies sei zu unterstützen, schreiben die Initianten, denn durch Effizienzgewinne könnten die Mitarbeiter entlastet und die vorhandenen Ressourcen auf das Wesentliche konzentriert werden.
Sofern das Postulat angenommen wird, soll der Bundesrat in einem Bericht darlegen, wo Verwaltungsprozesse automatisiert beurteilt und Entscheidungen automatisiert gefällt werden können. Die Analyse soll nach Departementen aufgeschlüsselt werden, um drei Projekte mit Automatisierungspotenzial pro Departement zu ermittelt, schreiben die Initianten um Nationalrat Marcel Dobler. Er wolle, dass der Bundesrat konkrete Projekte identifiziert, präzisiert Dobler auf Anfrage von inside-it.ch.
Allzu futuristisch darf man das Postulat allerdings nicht verstehen. Es gehe um konkrete Anwendungen, wie das automatisierte Übersetzen von gesprochener Sprache zu Text, oder von einer Landessprache in die andere, erklärt Dobler. Die Handschriften-Erkennung bei ausgefüllten und gescannten Formularen sei ein weiteres Beispiel, bei der Automatisierung die Prozesse vereinfachen und beschleunigen könnten. In einer Mitteilung verweist die FDP auf das IT-Projekt DazIT, mit dem die Zollabwicklung digitalisiert wird. Grenzformalitäten können künftig online abgewickelt werden, was die Kosten für die Zollverfahren senke, schreibt die FDP.
Das Postulat will daneben, dass der Bundesrat einen Vergleich mit ausländischen Verwaltungen herstellt und erfolgreiche Effizienzsteigerungen identifiziert. Es soll geprüft werden, ob sich diese in der Schweiz anwenden liessen. Im Postulat werden einige Beispiele aus dem Ausland genannt. So entwickle das deutsche Bundeskriminalamt KI-Methoden zur Unterstützung der Auswertung textueller Massendaten. Im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit wiederum werde beispielsweise die Eingangspost auf Basis von KI-Systemen automatisch erkannt, indexiert und zugewiesen, heisst es im auf Curia Vista publizierten Postulat. (kjo)

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