Finanzdepartement eröffnet Untersuchung beim BIT

24. August 2005, 14:54
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Externe Untersuchung einer Projektvergabe.

Externe Untersuchung einer Projektvergabe.
Das Eidgenössische Finanzdepartement hat heue eine Administrativuntersuchung im Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) angeordnet. Dabei soll geprüft werden, ob bei der Vergabe eines Informatikprojektes in diesem Frühjahr alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Die Untersuchung wurde von Marius Redli, dem Direktor des BIT selbst, beantragt. Um sie zu ermöglichen, liess der BIT-Direktor sämtliche Evaluationsunterlagen sicherstellen.
Durchgeführt werden soll sie von einem externen Experten, Prof. Jürgen Brönnimann, Lehrbeauftragter und Honorarprofessor an der Universität Bern.
Ins Rollen gebracht wurde diese Affäre im Juni vom 'Netzticker'. Diesem war ein durch eine Panne nach aussen gedrungener vertraulicher Evaluationsbericht zugespielt worden. Der 'Netzticker' deutete aufgrund des Berichts an, dass bei der Vergabe des Projektes Insiderwissen im Spiel gewesen sein könnte. Das Unternehmen, das später den Zuschlag erhalten habe - dabei handelt es sich um die Berner SyBOR AG - sei in der ersten Rangliste mit seinen Preisen weit entfernt vom günstigsten Angebot gewesen. Nach den Nachverhandlungen habe es dann aber bei allen Stundenansätzen rund fünf Franken unter den Angeboten der Konkurrenz offeriert. Ausserdem sei der Chef dieses Unternehmens früher als externer Projektleiter an Vorphasen des Projekts beteiligt gewesen.
Ein Sprecher des BIT dementierte damals gegenüber dem 'Netzticker' kategorisch, dass das beauftragte Unternehmen über Insiderwissen verfügt haben könnte. Dies werde schon durch das vom BIT bei Ausschreibungen nach WTO-Regeln angewandte System, bei dem nur ein Minimum von Personen Einsicht in die Dokumente habe, verunmöglicht. Ausserdem sei allein die Mitwirkung eines Firmenmitglieds im Umfeld eines Grossprojektes kein zwingender Grund, einen Offerenten aus dem Vergabeverfahren auszuschliessen. Rechtlich relevant wäre es nur gewesen, wenn der SyBOR-Chef unmittelbar an der Ausschreibung mitgearbeitet hätte. (Hans Jörg Maron)

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