Finanzindustrie dominiert Schweizer Software-Branche

28. August 2007, 16:15
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Ein Blick in die Liste der 500 grössten IT-Firmen in der Schweiz.

Ein Blick in die Liste der 500 grössten IT-Firmen in der Schweiz.
Die Zeitschrift 'Computerworld' hat vergangene Woche ihre alljährliche Sonderausgabe mit der Liste der 500 grössten Informatik- und Telekommunikationsfirmen in der Schweiz veröffentlicht. Wir haben die Liste und eigene Quellen durchgeschaut und versucht, eine Rangliste der Hersteller von Standard-Software, die (grösstenteils) in der Schweiz entwickelt wird, herauszudestillieren.
Das Unterfangen ist allerdings nicht einfach und unsere Rangliste wird sicher Fehler und Unschärfen enthalten. Denn einige Anbieter werden fehlen, andere entwickeln und vertreiben Standardsoftware, bieten aber auch Systemintegration und Beratung oder verdienen auch Geld mit Schulung. Bei diesen wagen wir eine grobe Schätzung. Ausserdem stellen Multis wie IBM, Microsoft, Siemens, T-Systems und EDS (mit der ehemaligen Atraxis) ebenfalls in der Schweiz Software her. Und dann gibt es industrielle Anbieter wie Swisslog, Phonak, Müller Martini, Wifag, Ascom oder ABB, die Software als Teile ihrer Maschinen oder Logistiklösungen weltweit vertreiben.
Unser Versuch ist also mit Vorsicht zu geniessen, sei aber trotzdem gewagt:
(In Klammer: Branche der Kunden, Totalumsatz in Millionen Franken / Schätzung Anteil Lizenzen und Wartung in Millionen Franken. Die Liste ist nach grob geschätzten Einnahmen aus Lizenzen und Wartung sortiert.)

  1. Temenos (Finanzindustrie, 216 / 153)
  2. DV Bern (Behörden, 23 / 2)

Die vier grössten Schweizer Hersteller von Standardsoftware bedienen allesamt die Finanzindustrie und sind ein mehrfaches grösser als die "Nummer 5", die St. Galler Softwareschmiede Abacus und alle anderen. Erst auf Platz 9 folgt mit Sage ein multinationaler Anbieter, der einige seiner Produkte (Sesam) auch hier entwickelt. Sage wird mit der Übernahme von Pro-Concept einen Sprung nach vorne machen, beim reinen Lizenz- und Wartungsgeschäft aber knapp nicht zum grössten "lokalen" ERP-Hersteller werden.
Hätten wir die beiden auf Behörden spezialisierten Dienstleister Abraxas und Bedag (entwickeln Software für Behörden und Kantone, schwierig von Individualsoftware abzugrenzen) sowie EDS (entwickelt in Zürich Software für Transportindustrie, Lizenzertrag schwierig abzugrenzen) in die Liste aufgenommen, so wären die lokalen Hersteller von Standard betriebswirtschaftlicher Software noch weiter abgeschlagen. (Christoph Hugenschmidt)

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