Finecom hebt bei Quickline die Verschlüsselung im digitalen TV auf

18. August 2010, 10:35
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Ab September wird die Grundverschlüsselung der digitalen TV- und Radio-Programme im Kabelnetzverbund Quickline aufgehoben.

Ab September wird die Grundverschlüsselung der digitalen TV- und Radio-Programme im Kabelnetzverbund Quickline aufgehoben. Damit können dann in rund 240 Gemeinden vorwiegend in den Kantonen Solothurn und Bern rund 200‘000 Haushalten 110 statt 40 Programme des digitalen TV ohne Boxen- und Abo-Zwang nutzen, wie der Provider Finecom mitteilt. Finecom betreute unter der Marke Quickline einen Verbund von 13 Kabelnetzbetreibern, über die Internet, Telefonie, digitales TV, Radio und interaktive Fernseh-Dienste bezogen werden können. Um das Angebot auszubauen, ist Finecom soeben erst eine Partnerschaft mit Sunrise eingegangen.
Mit der Aufhebung der Grundverschlüsselung entspricht Quickline vorab in Teilen einer jahrelangen Forderung der obersten Konsumentenschützerin und jetzigen Bundesratskandidatin Simonetta Sommaruga. Sie fordert in einer Motion die Aufhebung der Verschlüsselung von digitalen Fernsehprogrammen und die Aufhebung des bisherigen Kaufzwang von Empfangsboxen einzelner Kabelnetzfirma.
Doch gerade weil Finecom sich aufgrund der technischen Entwicklung bei den TV-Geräten, denen inzwischen die Settop-Box-Funktionalität integriert sei, entschlossen habe, die Grundverschlüsselung vollständig aufzuheben, warnt Finecom-Chef Nicolas Perrenoud vor den weitereichenden Forderungen der Motion von Sommaruga: "Wir erwarten von der Politik für faire Rahmenbedingungen unter den Anbietern der verschiedenen Netzinfrastrukturen (Kabel, Glasfaser, Satellit und VDSL) zu sorgen und den Strukturwandel in der Unterhaltungselektronik nicht zu behindern". In den nächsten drei bis fünf Jahren würden sich Standards im digitalen TV durchgesetzt haben, meint Perrenoud, und es wäre zu früh, jetzt schon politisch einzugreifen und generelle Regulierungen einzuführen. (vri)

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