Finma erlaubt neue Optionen bei der Online-Identifizierung

17. Mai 2021, 10:19
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Neu kann der Chip vom biometrischen Ausweis ausgelesen und der Wohnsitz mittels Geolokalisierung überprüft werden.

Die Finma hat die Prozesse zur digitalen Eröffnung einer Kundenbeziehung angepasst. Die Online-Identifizierung soll weiter automatisiert werden, um einen unterbruchsfreien Eröffnungsprozess zu ermöglichen, schreibt die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht.
Insbesondere habe man die technischen Möglichkeiten berücksichtigt, die der biometrische Pass bietet. Neu könne der Finanzintermediär auf die bisher zur Identifizierung erforderliche Banküberweisung der Kunden verzichten, falls er die dafür nötigen Daten auf dem Chip der biometrischen Ausweispapiere auslese.
Das Auslesen der Chips stelle nach derzeitigem Stand der Technik eine sichere Möglichkeit zur Validierung der Echtheit von Identifizierungsdokumenten dar, so die Finma.
Die Änderungen treten am 1. Juni 2021 in Kraft. Sie basieren auf einer Teilrevision des Rundschreibens "Video- und Online-Identifizierung", das erstmals 2016 in Kraft getreten ist.
Die Finma habe eine öffentliche Anhörung zur Teilrevision durchgeführt, so die Mitteilung. Dabei sei die Identifizierungsvariante des Chipauslesens der biometrischen Ausweispapiere durchwegs begrüsst worden. Allerdings wurde angemerkt, dass nicht alle Personen über einen biometrischen Pass sowie ein NFC-fähiges Mobilgerät verfügten, um den Chip auszulesen. Dadurch sei der Einsatz dieser neuen Identifizierungsvariante eingeschränkt.
Viele Anhörungsteilnehmende haben laut Finma weitere Erleichterungen im Identifizierungsprozess gefordert. Daher lasse die Finma neu auch eine Geolokalisierung als Alternative zur Überprüfung einer Wohnsitzadresse zu. Es sei auch möglich, die Wohnsitzprüfung anhand einer Energie-, Wasser- oder Telefonrechnung vorzunehmen. Das Fälschungsrisiko dürfte bei der Geolokalisierung im Vergleich zu Fotokopien oder dem Hochladen von Rechnungen ("Utility Bills") nicht erhöht sein, heisst es im Bericht über die Ergebnisse der Anhörung. Eine Geolokalisierung als Überprüfungsmechanismus der Wohnsitzadresse zu verwenden, scheine zeitgemäss und im digitalen Kontext vertretbar zu sein. 

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